Schloss Budatín: Wachburg am Flusszusammenfluss, zum Schloss gewandelt
Schloss Budatín (slowakisch Budatínsky zámok) steht auf einem Felssporn im Žiliner Stadtteil Budatín, wo die Kysuca in die Waag mündet, im Nordwesten der Slowakei. Es entstand im 13. Jahrhundert als königliche Zollburg, wuchs zum Renaissance- und Barocksitz heran und beherbergt heute das Považie-Museum, mit restauriertem Turm, Kapelle und Park, eine leicht erreichbare Sehenswürdigkeit in Žilina.
Schloss Budatín wurde 1849 von kaiserlichen Soldaten in Brand gesetzt, diente als Kaserne und wurde in den 1920er Jahren umgestaltet. Sein mittelalterlicher Rundturm prägt bis heute die Silhouette.
Die Geschichte von Schloss Budatín
Budatín entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Wachburg. Sie wurde auf einem Felssporn an einem strategisch wichtigen Ort errichtet, neben einer Furt am Zusammenfluss von Waag und Kysuca, wo Zoll erhoben wurde, und sicherte einen Handelsweg von Ungarn nach Schlesien. Kern der Anlage war ein mächtiger runder Wohnturm innerhalb einer Steinbefestigung, der im Grundriss bis heute erhalten ist und die charakteristische Silhouette des Schlosses bildet. Die polnische Wikipedia nennt den Turm 20 Meter hoch.
Die ursprünglich königliche Festung gelangte zu Beginn des 14. Jahrhunderts an Matthäus Csák, der den Turm mit einer Wehrmauer umgab und im Inneren einen Wohnpalast errichten ließ. Ab 1487 gehörte die Burg Gáspár Szunyogh (Gašpar Suňog), dessen Familie sie bis zum Ende des 18. Jahrhunderts besaß. Mitte des 16. Jahrhunderts verband ein Renaissance-Umbau die einzelnen Gebäude zu einem einheitlichen Ganzen mit rhythmisch gegliederten Fassaden und einem Hof mit Arkadengang.
Die osmanische Bedrohung und vor allem innere Kämpfe und Adelsaufstände führten in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einer neuen Renaissancebefestigung, die mit Bastionen und einem Graben im nordöstlichen Vorhof verstärkt wurde. Die gotische Festung war inzwischen zu einem bequemen Wohnsitz geworden. In der Barockzeit entstand eine Kapelle (1745 laut slowakischer und polnischer Wikipedia), Wirtschaftsgebäude wurden vollendet, und das Ganze wurde von einem Park umgeben, der die Fassade des Schlosses aufgriff.
Nach dem Aussterben der Szunyoghs 1798 wurden die Csákys Besitzer, die hier bis 1945 wohnten; letzter Eigentümer war Géza Csáky. Während der Revolution von 1848/49 setzten kaiserliche Soldaten das Schloss im Januar 1849 in Brand, und das Feuer beschädigte Konstruktion und Einrichtung schwer. 1870 wurde es teilweise repariert und als Kaserne genutzt; aus dieser Zeit sind vor allem die Vorburggebäude mit ihren zeittypischen Fassaden erhalten. Der Park wurde 1872 durch den Bau der Kaschau-Oderberger Bahn verkleinert.
Der letzte und bedeutendste Umbau von 1922 bis 1923 gab dem Schloss sein heutiges Aussehen. Er folgte historisierend-romantischen Motiven, vor allem im Südwestflügel, wo ein großer Repräsentationssaal und Eingangsräume entstanden, und die Csákys orientierten sich bei Decken und Verkleidungen an älteren gotisch-renaissancezeitlichen Herrensitzen. Nach der Enteignung der Familie 1945 ging das Schloss in Staatsbesitz über, der Park wurde teilweise parzelliert. Die denkmalpflegerische Sanierung um 1950 bewahrte die Umbauten der 1920er Jahre.
Wissenswertes über Schloss Budatín
- Mit dem Schloss verbindet sich eine oft literarisch bearbeitete Legende von einer eingemauerten Prinzessin, von der unglücklichen Liebe der Katarína Suňogová.
- Der runde Wohnturm des 13. Jahrhunderts ist im Grundriss erhalten und bildet die Markensilhouette des Schlosses. Die polnische Wikipedia beschreibt ihn als 20 Meter hohen Steinturm.
- Im Januar 1849 setzten kaiserliche Soldaten das Schloss während der Revolution in Brand; später diente es als Kaserne.
- Der letzte große Umbau von 1922 bis 1923 im historisierend-romantischen Geist gab dem Schloss sein heutiges Aussehen.
- Das Považie-Museum zeigt hier eine umfangreiche Sammlung von Drahtbinder-Erzeugnissen (drotárstvo), eine Spezialität der Region.
- Bei der Rekonstruktion von 2008 bis 2013 wurden auf dem Gelände mehrere archäologische Funde gemacht.
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Schloss Budatín besuchen
- Im Schloss befinden sich Ausstellungen des Považie-Museums: ein zeitgenössisches Interieur mit sakralen Sammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts, eine große Sammlung von Drahtbinder-Erzeugnissen, die Vorgeschichte der Nordwestslowakei und die Geschichte von Žilina von 1208 bis 1848.
- Der Burgturm wurde im Juli 2014 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet, und im August 2016 öffneten nach der Rekonstruktion die Kapelle und der größere Teil der Innenräume einschließlich der Drahtbinder-Ausstellung.
- Der Schlosspark wurde im September 2010 revitalisiert und zugänglich gemacht, ein angenehmer Ort für einen Spaziergang am Fluss.
- Das Schloss liegt in Budatín; die Dreifaltigkeitskirche in Žilina ist nur etwa 1 km entfernt, die Burg Lietava etwa 9 km und die Burg Strečno etwa 12 km. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Schloss Budatín
Fotos: Schloss Budatín





Fragen
Wo liegt Schloss Budatín und wie kommt man hin?
Schloss Budatín liegt im Žiliner Stadtteil Budatín im Nordwesten der Slowakei, wo die Kysuca in die Waag mündet. Zur Dreifaltigkeitskirche in Žilina sind es nur etwa 1 km.
Wie alt ist Schloss Budatín?
Es entstand als Wachburg in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wurde später im Renaissance- und Barockstil umgebaut und erhielt in den 1920er Jahren sein heutiges Aussehen.
Was gibt es in Schloss Budatín zu sehen?
Im Schloss befinden sich Ausstellungen des Považie-Museums: ein zeitgenössisches Interieur mit sakralen Sammlungen, eine große Drahtbinder-Sammlung, die Vorgeschichte der Nordwestslowakei und die Geschichte Žilinas von 1208 bis 1848.
Wem gehörte Schloss Budatín?
Nach dem königlichen Besitz kam es an Matthäus Csák, ab 1487 bis Ende des 18. Jahrhunderts an die Familie Szunyogh und danach an die Csákys, die es bis 1945 besaßen.
Was geschah 1849 mit Schloss Budatín?
Während der Revolution von 1848/49 setzten kaiserliche Soldaten das Schloss im Januar 1849 in Brand. Das Feuer beschädigte Bau und Einrichtung schwer; 1870 wurde es teilweise repariert.
Gibt es eine Legende zu Schloss Budatín?
Ja. Eine oft erzählte Legende handelt von einer eingemauerten Prinzessin und der unglücklichen Liebe der Katarína Suňogová. Es ist eine Legende, kein belegter Bericht.
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