Burg Löwenstein (Vršatec): Burgruine auf den Vršatsker Klippen
Die Burg Löwenstein (slowakisch Vršatec) ist die Ruine einer Höhenburg auf dem Felsen Vršatec oberhalb des Dorfes Vršatské Podhradie in den Weißen Karpaten. Sie entstand im 13. Jahrhundert zur Verteidigung der Nordwestgrenze Ungarns und liegt nur einen kurzen Fußweg vom Dorf entfernt, ein schöner Geheimtipp im Trentschiner Landschaftsverband.
1680 vom kaiserlichen Heer niedergebrannt, wiederaufgebaut und 1707 absichtlich gesprengt: Burg Löwenstein wurde zweimal zerstört, heute retten Freiwillige ihre Reste.
Die Geschichte der Burg Löwenstein
Der Kamm oberhalb des heutigen Vršatské Podhradie war lange vor der Burg besiedelt. Archäologische Spuren belegen Menschen der Lausitzer und der Puchauer Kultur, und vom 9. bis zum 10. Jahrhundert lebten hier slawische Stämme. Die Burg selbst wurde im 13. Jahrhundert nach dem Mongolensturm als Teil einer Linie zur Verteidigung der Nordwestgrenze Ungarns errichtet. Ihren Kern bildete eine Oberburg mit einem inneren Turm, dem wichtigsten Verteidigungswerk der ganzen Anlage. Dank ihrer hervorragenden Lage auf einem steilen Felskamm konnte sie das Waagtal kontrollieren.
Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Burg Teil des Besitzes von Matthäus Csák von Trentschin. In den 1390er-Jahren erwarb sie Stibor von Stiborice, einer der großen Magnaten seiner Zeit. Im 15. Jahrhundert wurde die Burg umfassend umgebaut, und 1439 erscheint die erste schriftliche Erwähnung der Siedlung darunter, damals Podhradhye genannt. Später ging die Festung durch mehrere Hände, sie gehörte unter anderem Königin Barbara, ihrer Tochter Elisabeth und dem niederen Adel. Zum Besitz zählten auch die Dörfer Bohunice, Červený Kameň, Pruské, Krivoklát, Tuchyňa, Výčapy und Mikušovce.
Im 17. Jahrhundert wurden weitere Umbauten vorgenommen, doch die Burg verlor langsam an Bedeutung. Der Adel bevorzugte zunehmend niedriger gelegene Wohnsitze, vor allem das Herrenhaus in Pruské. Das Ende kam in den unruhigen Jahren um 1700. 1680 brannte das kaiserliche Heer die Burg auf Befehl von Kaiser Leopold I. nieder, nach deutschen Quellen hatten sich dort Aufständische zurückgezogen. Sie wurde wiederaufgebaut, brannte aber 1707 während des Aufstandes von Franz II. Rákóczi erneut ab, und kaiserliche Truppen zerstörten die Reste absichtlich mit Sprengstoff.
Die Besitzer unternahmen keinen weiteren Wiederaufbau, und die Burg ist seither eine Ruine. Heute bemühen sich örtliche Freiwillige um die Sicherung der Ruine und ihre Zugänglichmachung. Die Ruine liegt in der Felsenlandschaft Vršatské bradlá (Vršatsker Klippen) in den Weißen Karpaten und gehört zu einem Gebirgskamm, dem man zu Fuß weiter bis zur Burg Lednitz folgen kann.
Wissenswertes zur Burg Löwenstein
- Der deutsche Name Löwenstein und der ungarische Name Oroszlánkő bedeuten beide wörtlich „Löwenstein“, obwohl der slowakische Name Vršatec einen anderen Ursprung hat.
- Die obere Kernburg erreicht man von der unteren Vorburg aus durch einen Tunnel, der durch das Felsgestein führt.
- Die Burg wurde innerhalb von etwa 30 Jahren zweimal zerstört: 1680 niedergebrannt und 1707 erneut abgebrannt, wobei kaiserliche Truppen die Ruine zusätzlich absichtlich sprengten.
- Vom Burgkamm führt ein Weg entlang des Gebirgskamms bis zur Burg Lednitz (Lednica).
- Die Hänge waren Jahrhunderte vor dem Bau der Burg von Menschen der Lausitzer und der Puchauer Kultur besiedelt.
- Das Dorf unter der Burg wird 1439 erstmals als Podhradhye erwähnt, was ungefähr „unter der Burg“ bedeutet.
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Die Burg Löwenstein besuchen
- Von der Bushaltestelle in Vršatské Podhradie sind es etwa 10 Minuten zu Fuß bis zur Ruine auf einem markierten Weg.
- Die Kernburg liegt auf dem höchsten Teil des Felskamms, und von der unteren Vorburg führt ein Tunnel durch den Fels hinauf.
- Wanderer können dem Kamm weiter bis zur Burg Lednitz folgen, die Ruine eignet sich daher gut als Teil einer längeren Wanderung.
- Die Ruine wird von örtlichen Freiwilligen betreut, deshalb können Abschnitte abgesperrt oder in Arbeit sein. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor dem Besuch und tragen Sie feste Schuhe.
- Die Quellen nennen weder Öffnungszeiten noch Einrichtungen vor Ort.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Löwenstein
Fotos: Burg Löwenstein




Fragen
Wo liegt die Burg Löwenstein (Vršatec) und wie kommt man hin?
Die Burg Löwenstein steht auf einem Felskamm oberhalb des Dorfes Vršatské Podhradie in den Weißen Karpaten im Trentschiner Landschaftsverband. Von der Bushaltestelle im Dorf sind es etwa 10 Minuten zu Fuß auf einem markierten Weg.
Warum heißt die Burg Vršatec auch Löwenstein?
Löwenstein ist der deutsche Name der Burg, der in deutschsprachigen Quellen verwendet wird. Auf Ungarisch heißt sie Oroszlánkő, auf Slowakisch Vršatec.
Wann wurde die Burg Löwenstein erbaut?
Die Burg wurde im 13. Jahrhundert nach dem Mongolensturm zur Verteidigung der Nordwestgrenze Ungarns errichtet.
Was geschah mit der Burg Löwenstein?
Kaiserliche Truppen brannten die Burg 1680 nieder. Nach dem Wiederaufbau brannte sie 1707 während des Rákóczi-Aufstandes erneut ab, und Soldaten zerstörten sie absichtlich mit Sprengstoff.
Wem gehörte die Burg Löwenstein?
Zu den Besitzern zählten Ende des 13. Jahrhunderts Matthäus Csák und in den 1390er-Jahren Stibor von Stiborice. Später gehörte sie Königin Barbara, ihrer Tochter Elisabeth und dem niederen Adel.
Kann man von der Burg Löwenstein zu einer anderen Burg wandern?
Ja. Ein Weg entlang des Gebirgskamms führt von der Burg weiter bis zur Burg Lednitz.
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