Burg Blasenstein: Grenzburgruine in den Kleinen Karpaten
Die Burg Blasenstein (slowakisch Plavecký hrad, ungarisch Detrekő) ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg über dem Dorf Plavecké Podhradie am westlichen Fuß der Kleinen Karpaten im Bezirk Bratislava. Im 13. Jahrhundert zum Schutz der ungarischen Grenze erbaut, wurde sie später zur Renaissance-Festung und zum Zentrum einer Herrschaft und ist seit 1706 eine malerische Ruine.
Im späten 16. Jahrhundert druckte man auf dieser Grenzburg Kalender, Bibeln und ein Gesangbuch in einer der ersten Druckereien der heutigen Slowakei, bis kaiserliche Truppen sie 1706 beschädigten.
Die Geschichte der Burg Blasenstein
Wie die meisten mittelalterlichen Burgen der heutigen Slowakei entstand die Burg Blasenstein in der Welle von Burgneubauten nach dem Mongoleneinfall in Ungarn. Eine rückblickende Urkunde von 1291 berichtet, dass König Béla IV. das Land Kuchyňa an Detrich, den Sohn des Pressburger Richters Kunt, geschenkt hatte, der hier wohl auf Anregung des Königs eine Burg errichtete. Das genaue Entstehungsjahr ist nicht bekannt, vermutlich in den 1250er oder 1260er Jahren, zwischen 1256 und 1273. Sicher bestand sie 1273, als unterhalb der Burg eine Schlacht zwischen dem ungarischen Heer und den Truppen des böhmischen Königs Ottokar II. stattfand. Eine polnische Quelle ergänzt, dass der Hügel zuvor von Trägern der Lausitzer Kultur besiedelt war.
Zunächst diente die Burg vor allem als Wache an der Grenze zum Königreich Böhmen und überwachte die Straße am Hang des Hügels. Über einen vorgeschobenen Beobachtungsposten konnte sie mit den Burgen Branč, Ostrý Kameň und Korlátka Signale austauschen. Ende des 13. Jahrhunderts nahm sie der Oligarch Matthäus Csák ein. Ende des 14. Jahrhunderts schenkte König Sigismund sie Stibor von Stiborice, unter dem sie bei einem großen gotischen Umbau von einer Festung zu einer repräsentativen Residenz wurde. Nach dem Aussterben seines Hauses fiel die Burg an die Krone zurück und kam an die Grafen von St. Georgen und Bösing, bis auch deren Geschlecht im 16. Jahrhundert erlosch.
Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte die Burg den Fuggern, dem reichen Augsburger Kaufmannsgeschlecht, das eine mächtige Bastei zum Schutz des Hügelzugangs errichtete. Danach kam sie an die Balassa, die die Festung verstärkten; aus dieser Zeit stammen die noch heute erkennbaren Renaissance-Elemente. Zwischen 1579 und 1584, unter Štefan Balassa, arbeitete hier eine der ersten Buchdruckereien der Slowakei: Der protestantische Schriftsteller und Kirchenmann Péter Bornemisza ließ auf der Burg Kalender, Bibeln, ein Gesangbuch und andere Drucke herstellen.
Im 17. Jahrhundert wurden die Pálffy Besitzer, in deren Händen die Burg bis ins 20. Jahrhundert blieb. Der Palatin Paul Pálffy nutzte die Burg eher als Festung denn als Wohnsitz, die Familie wohnte im Renaissanceschloss im Ort unterhalb. Die Burg wurde um neue Geschützbastionen erweitert und war Sitz einer großen Herrschaft mit 16 Dörfern, auch wenn der Verwaltungssitz Mitte des 17. Jahrhunderts nach Malacky wechselte. Beim Thököly-Aufstand 1683 kam es hier zu Kämpfen. 1706 eroberte das kaiserliche Heer die Burg von den Aufständischen Franz II. Rákóczis und beschädigte sie. Seither ist sie eine Ruine, an der heute Konservierungsarbeiten laufen.
Wissenswertes über die Burg Blasenstein
- Zwischen 1579 und 1584 befand sich hier eine der ersten Buchdruckereien der Slowakei, in der Péter Bornemisza Kalender, Bibeln und ein Gesangbuch druckte.
- Die Burg hat mehrere Namen: Slowakische Quellen nennen sie Plavecký hrad oder Hrad Plavec, der ältere Name war Detrekov kameň, die Ungarn nennen sie Detrekő, und die deutsche Wikipedia verwendet Blasenstein.
- Fugger-Bastei: Die reiche Augsburger Familie baute die mächtige Bastei, die den Hügelzugang schützte, und die großen Geschützbastionen der Unterburg sind noch zu sehen.
- Von einem vorgeschobenen Posten auf dem Burgberg konnten Signale mit drei benachbarten Burgen ausgetauscht werden, Branč, Ostrý Kameň und Korlátka.
- Auf demselben Hügel Pohanská liegt eine alte Wallanlage, und am Nordhang öffnet sich die Höhle Plavecká jaskyňa.
- Im 17. Jahrhundert war die Burg Sitz einer feudalen Herrschaft mit 16 Dörfern, laut der polnischen Wikipedia.
Touren in der Nähe: Burg Blasenstein
Erlebnisse in der Umgebung, die Sie online über Viator buchen können:

5 - Kurzkurs Bratislava Food Tour mit Ortskundigem Reiseleiter
Details ansehen ›
Erfahrung im Schießen mit Militärwaffen mit GunMates Bratislava
Details ansehen ›
Bratislava Off the Beaten Path Tour - auch von Rick Steves empfohlen
Details ansehen ›
Privater Tagesausflug nach Banska Stiavnica UNESCO-Weltkulturerbe
Details ansehen ›Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.
Die Burg Blasenstein besuchen
- Der Zugang erfolgt zu Fuß. Ein markierter Weg führt von Plavecké Podhradie vom Renaissanceschloss aus hinauf, ein weiterer von Plavecký Mikuláš, wo man später auf eine weitere Markierung abbiegt. Die polnische Quelle erwähnt einen blau markierten Weg ab Plavecké Podhradie.
- Von der Oberburg sind ein Turm und Reste eines gotischen Palas erhalten, von der Renaissance-Unterburg große Geschützbastionen. Konservierungsarbeiten laufen, daher können sich Teile verändern.
- Die Burg liegt im Naturschutzgebiet Pohanská. Auf demselben Hügel befindet sich die Wallanlage Pohanská, am Nordhang die Höhle Plavecká jaskyňa und am Südfuß die Mauerreste eines untergegangenen Klosters. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Regeln und Öffnungszeiten.
- Im Dorf unterhalb sehen Sie das Renaissanceschloss. In der Umgebung finden Sie auf dieser Seite außerdem Ostrý Kameň (etwa 9 km), Červený Kameň (etwa 12 km) und Dobrá Voda (etwa 23 km).
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Blasenstein
Fotos: Burg Blasenstein



Fragen
Wo liegt die Burg Blasenstein und wie kommt man hin?
Die Ruine steht oberhalb des Dorfes Plavecké Podhradie am westlichen Fuß der Kleinen Karpaten in der Region Bratislava. Sie erreichen sie zu Fuß auf markierten Wegen von Plavecké Podhradie oder von Plavecký Mikuláš.
Wie alt ist die Burg Blasenstein?
Sie wurde als königliche Grenzburg zwischen 1256 und 1273 errichtet und stand sicher 1273, als unterhalb eine Schlacht ausgetragen wurde.
Was ist das Besondere an der Druckerei auf der Burg Blasenstein?
Zwischen 1579 und 1584, als die Burg Štefan Balassa gehörte, arbeitete hier eine der ersten Druckereien der Slowakei. Péter Bornemisza druckte Kalender, Bibeln und ein Gesangbuch.
Wem gehörte die Burg Blasenstein?
Zu den Besitzern zählten Stibor von Stiborice ab Ende des 14. Jahrhunderts, im 16. Jahrhundert die Fugger, die Balassa und danach die Pálffy, die die Burg bis ins 20. Jahrhundert hielten.
Warum ist die Burg Blasenstein eine Ruine?
1706 eroberte das kaiserliche Heer die Burg von den Aufständischen Rákóczis und beschädigte sie. Sie wurde nie wiederaufgebaut, die Herren wohnten zu dieser Zeit schon im Schloss im Ort.
Was gibt es sonst in der Nähe der Burg zu sehen?
Auf demselben Hügel liegen die Wallanlage Pohanská und ein Naturschutzgebiet, am Nordhang die Höhle Plavecká jaskyňa, und im Dorf steht ein Renaissanceschloss.
Auch in der Nähe
Burg Scharfenstein
Buková · Burgruine an der alten Handelsstraße nach Prag
8,5 km entfernt
Burg Červený Kameň
Častá · Renaissancefestung der Augsburger Fugger
12 km entfernt
Kirche und Kloster St. Katharina von Alexandria
Dechtice · Klosterruine, nur zu Fuß erreichbar
21 km entfernt
Burg Dobrá Voda
Dobrá Voda · gotische Ruine, benannt nach ihren Quellen
23 km entfernt