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Die klassizistische Fassade des Primatialpalais in Bratislava
Palast & ModernBratislava und Westslowakei

Das Primatialpalais in Bratislava: Pressburger Frieden und Gobelins

Das Primatialpalais (Primaciálny palác) ist ein klassizistischer Palast am Primatialplatz in der Altstadt von Bratislava. Es wurde 1778 bis 1781 für Erzbischof József Batthyány, den Primas von Ungarn, errichtet. In seinem Spiegelsaal wurde 1805 der Pressburger Frieden unterzeichnet, heute sitzen hier der Bürgermeister und Teile der Stadtgalerie.

In einem Palast in Bratislava endete 1805 im Spiegelsaal ein europäischer Krieg, und 1903 fanden Bauarbeiter dort sechs vergessene englische Gobelins hinter einer Mauer.

WoPrimatialplatz, Altstadt, Bratislava, Slowakei
ArtKlassizistischer Palast, Sitz des Bürgermeisters und Ausstellungsräume der Stadtgalerie
Ideal fürGeschichtsfreunde, Kunst- und Gobelinliebhaber und alle, die durch die Altstadt schlendern
AnreiseIm Zentrum der Altstadt von Bratislava, nur wenige Schritte von weiteren historischen Gebäuden rund um den Platz

Die Geschichte des Primatialpalais

Der Ort gehörte schon im Mittelalter zum Herzen der Stadt, die damals Preßburg hieß. Hier stand seit dem 13. Jahrhundert eine Residenz der Graner Erzbischöfe mit einer Hauskapelle, die dem heiligen Ladislaus geweiht war; eine Urkunde von 1343 erwähnt die Kapelle, und für 1454 wird ein gotischer Neubau genannt. Nach der Schlacht bei Mohács 1526 und der Besetzung großer Teile des Königreichs durch die Türken wurde Preßburg Krönungsstadt und Sitz der Landtage, und auch der Primas von Ungarn ließ sich hier nieder. Die Residenz wurde in jener Zeit im Renaissancestil umgebaut, und spätere Erzbischöfe, beginnend mit Péter Pázmány, verbesserten sie weiter. 1691 ließ Erzbischof György Széchényi ein Stockwerk aufsetzen, und in den 1720er Jahren gab ihr Erzbischof Imre Esterházy ein barockes Aussehen.

Die heutige Gestalt verdankt das Palais Erzbischof József Batthyány, Fürstprimas von Ungarn, der in der theresianischen Glanzzeit der Stadt eine Residenz errichten wollte, die seinem Rang entsprach. Er beauftragte 1774 den Wiener Hofarchitekten Melchior Hefele, der aus Tirol stammte, mit den Plänen. Das alte bischöfliche Haus wurde abgerissen, der Entwurf 1778 genehmigt, und 1781 war der Neubau mit Innenhof und repräsentativer Fassade zum Platz hin vollendet. Die Kosten betrugen 400 000 Gulden. Die Statuen auf der Attika stellen Tugenden dar, auf dem Tympanon thront ein rund 150 Kilogramm schwerer Kardinalshut, und über dem Mittelfenster halten zwei Putten die Buchstaben des lateinischen Wahlspruchs des Erzbischofs.

Der berühmteste Moment der Geschichte kam am 26. Dezember 1805, als im Spiegelsaal Johann I. Josef von Liechtenstein, Ignácz Gyulay und Charles-Maurice de Talleyrand nach der Schlacht bei Austerlitz den vierten Pressburger Frieden unterzeichneten. Österreich verlor dadurch unter anderem Tirol und Dalmatien, der Vertrag beendete den Dritten Koalitionskrieg, und seine Folgen führten zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches. Im 19. Jahrhundert diente das Palais auch dem ungarischen Landtag: Hier bot István Széchenyi sein Jahreseinkommen für die Gründung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften an, und im April 1848 unterzeichnete Ferdinand V. die Aprilgesetze, mit denen die erste verantwortliche ungarische Regierung entstand.

Die Erzbischöfe kehrten nach Gran zurück, der erste 1820, und das leere Palais wurde vermietet; es beherbergte unter anderem ein Lehrerinnenseminar sowie Offiziers- und Gewerbeschulen. 1903 kaufte die Stadt Bratislava das Gebäude vom Erzbistum. Bei den anschließenden Sanierungsarbeiten entdeckte man hinter einer Mauer sechs unbekannte Gobelins mit der Geschichte von Hero und Leander. Sie wurden in den 1630er Jahren in der Manufaktur Mortlake bei London gewebt und sind der größte Schatz des Hauses. Zwischen den Weltkriegen fanden im Spiegelsaal Literaturabende statt, bei denen auch Thomas Mann sprach. Bis 1996 diente das Palais zeitweilig als Sitz des slowakischen Präsidenten; heute residieren hier der Bürgermeister von Bratislava und Teile der Stadtgalerie.

Wissenswertes über das Primatialpalais

  • Sechs Gobelins mit der tragischen Liebesgeschichte von Hero und Leander wurden bei der Sanierung 1903 hinter einer Mauer entdeckt. Sie waren in den 1630er Jahren in der Manufaktur Mortlake bei London gewebt worden.
  • Der Kardinalshut auf der Spitze des Tympanons wiegt rund 150 Kilogramm.
  • Eine Gedenktafel erinnert an den kurzen Besuch des Gelehrten Paracelsus in Preßburg im Jahr 1537.
  • Eine waagerechte Linie an der Wand markiert den Pegel der Donau beim Hochwasser vom 5. Februar 1850.
  • Der Georgsbrunnen im Innenhof stammt aus dem Ziergarten von Erzbischof Ferenc Forgách, und die barocke Figurengruppe gilt als Symbol des Kampfes der katholischen Kirche gegen die Reformation.
  • Im 20. Jahrhundert gab es hier auch dunkle Kapitel: Am 3. August 1968 wurde im Palais eine Erklärung von sechs kommunistischen Parteien unterzeichnet, 18 Tage später folgte der Einmarsch in die Tschechoslowakei.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Besuch des Primatialpalais

  • Das Palais steht am Primatialplatz im Herzen der Altstadt, nahe dem Alten Rathaus, und lässt sich leicht mit einem Rundgang durch das historische Zentrum verbinden.
  • Höhepunkt ist der Spiegelsaal mit Spiegeln an den Wänden, der heute für Sitzungen des Stadtrats genutzt wird. Von einer dreiachsigen Eingangshalle führt eine prunkvolle Treppe hinauf.
  • Die Ausstellungen der Stadtgalerie zeigen die englischen Gobelins des Hero-und-Leander-Zyklus sowie Gemälde, Möbel und Gegenstände des 18. und 19. Jahrhunderts.
  • Im Innenhof steht der Georgsbrunnen, rechts hinten die Kapelle des heiligen Ladislaus. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Öffnungszeiten, da Teile des Gebäudes von der Stadtverwaltung genutzt werden.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Primatialpalais

Fotos: Primatialpalais

Das Primatialpalais am Primatialplatz im Jahr 2019
Detail des Primatialpalais in der Altstadt von Bratislava
Die Vorderseite des Primatialpalais mit Balkon und Giebel
Das Wappen von Erzbischof Batthyány
Das Primatialpalais zwischen den Bauten der Altstadt von Bratislava

Fragen

Wo liegt das Primatialpalais in Bratislava?

Das Primatialpalais steht am Primatialplatz im Zentrum der Altstadt von Bratislava, direkt neben dem Alten Rathaus. Von den anderen Sehenswürdigkeiten des historischen Zentrums erreichen Sie es zu Fuß.

Was geschah 1805 im Spiegelsaal?

Am 26. Dezember 1805 wurde hier nach der Schlacht bei Austerlitz der vierte Pressburger Frieden unterzeichnet. Er beendete den Dritten Koalitionskrieg zwischen Napoleons Frankreich und Österreich.

Wer hat das Primatialpalais erbaut?

Es wurde 1778 bis 1781 für Erzbischof József Batthyány, den Primas von Ungarn, nach den Plänen des Architekten Melchior Hefele errichtet.

Was sind die Gobelins im Primatialpalais?

Es sind sechs englische Gobelins aus den 1630er Jahren mit der Geschichte von Hero und Leander, gewebt in der Manufaktur Mortlake. Sie wurden bei der Sanierung 1903 hinter einer Mauer entdeckt.

Wofür wird das Palais heute genutzt?

Das Palais ist Sitz des Bürgermeisters von Bratislava, und Teile davon dienen als Ausstellungsräume der Stadtgalerie. Der Spiegelsaal wird für Sitzungen des Stadtrats genutzt.

Warum heißt es Primatialpalais?

Es wurde als Residenz des Erzbischofs von Gran errichtet, der den Titel des Primas von Ungarn trug. Nach den Eroberungen der Osmanen residierten die Erzbischöfe jahrhundertelang in Preßburg.

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