Burg Jasenov: eine Burgruine über Humenné
Die Burg Jasenov (slowakisch Jasenovský hrad) ist die Ruine einer gotischen und renaissancezeitlichen Höhenburg auf einem bewaldeten Kalksteinhügel etwa 4 km südlich von Humenné in der Ostslowakei. Vom Dorf Jasenov führt ein Fußweg in rund einer halben Stunde hinauf, belohnt mit der Aussicht nach Norden auf Humenné. Für alle, die Sehenswürdigkeiten im Zemplín abseits der Massen suchen, ist sie ein echter Geheimtipp.
Im 16. Jahrhundert arbeitete hinter diesen Mauern eine Falschmünzerwerkstatt, deren Meister 1551 in Prešov hingerichtet wurde. Heute holen Freiwillige die Ruine aus dem Wald zurück.
Die Geschichte der Burg Jasenov
Die Burg Jasenov steht auf einem steilen, etwa kegelförmigen Kalksteinhügel in rund 392 Metern Höhe, etwa einen Kilometer vom gleichnamigen Dorf entfernt. Sie entstand vermutlich nach dem Mongoleneinfall in Ungarn im 13. Jahrhundert und sollte die Straße von der Südslowakei nach Humenné und weiter nach Norden sichern. Über die Erbauer sind sich die Quellen nicht einig. Genannt werden die Familie Petényi, die Ende des 13. Jahrhunderts den Turm und den ersten Verteidigungsring errichtet haben soll, aber auch die Familien Gutkeled und Ráskai, und nach anderen Quellen ließ Magister Peter, Sohn von Peter Petényi, die Burg um 1300 bauen. Unter den größeren Burgen der Region ist Jasenov ungewöhnlich, weil sie als Sitz einer Adelsfamilie und nicht auf königliche Initiative entstand. Die erste schriftliche Erwähnung als castrum Jezenew stammt aus dem Jahr 1328, nach anderen Angaben von 1330.
Nach einem gescheiterten Aufstand der Petényi gelangte die Burg 1317 an Philipp I. aus dem Haus Drugeth, einer ursprünglich italienischen Adelsfamilie, die König Karl Robert förderte. Die Drugeths erhielten sie zusammen mit der nahen Burg Brekov, Humenné und den umliegenden Gütern und behielten sie bis ins 17. Jahrhundert. Damals bestand die Anlage aus einem Palas, einem viereckigen Turm und einer Verteidigungsmauer auf dreieckigem Grundriss. Im 15. Jahrhundert wurden die Mauern verstärkt. Um die Wende zum 16. Jahrhundert ließen die Drugeths wegen der osmanischen Bedrohung die Verteidigung massiv ausbauen: An der am leichtesten zugänglichen Nordwestseite entstand ein neuer Verteidigungsring mit zwei Bastionen, unter dem alten Wehrturm eine weitere Bastion, und die Mauern wurden verlängert. Mitte des 16. Jahrhunderts folgte ein weiterer Ausbau, und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Burg von Artilleriebastionen italienischer Art umgeben.
Im 16. Jahrhundert wurde die Burg auch wegen Geldfälschung bekannt. Gutsherr Gabriel Drugeth wollte die instabile politische Lage im Königreich Ungarn nach der Schlacht bei Mohács ausnutzen und beauftragte einen Meister namens Nikolaus, hier falsches Geld zu prägen, vor allem polnische Groschen, zuerst aus wertvollem, später aus minderwertigem Metall. Nach der Enttarnung wurde der Münzmeister 1551 in Prešov (Eperies) hingerichtet. 1644 wurde die Burg während des Aufstands von Georg Rákóczi erobert und schwer beschädigt. Die Drugeths bauten sie nicht wieder auf, da sie gerade mit dem Umbau des Schlosses in Humenné beschäftigt waren. Im 18. Jahrhundert gehörte die Ruine der Familie Csáky, im 19. Jahrhundert den Andrássy.
Der erste größere Konservierungsversuch fällt in die Zeit um 1900. Gejza Andrássy ließ Teile des Torhauses sichern, den alten Turm und eine Bastion neu eindecken. Der Erste Weltkrieg beendete die Arbeiten, und bis Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre waren die Dächer verfallen. 1963 wurde die Burg zum Kulturdenkmal erklärt. Seit 2011 arbeiten die Gemeinde Jasenov und die Vereinigung Združenie na záchranu Jasenovského hradu daran, den Burghügel von Bewuchs zu befreien, archäologisch zu erforschen und das Mauerwerk Schritt für Schritt zu sichern.
Wissenswertes über die Burg Jasenov
- Im 16. Jahrhundert arbeitete in der Burg eine Falschmünzerwerkstatt. Ihr Meister Nikolaus wurde 1551 in Prešov hingerichtet.
- Unterhalb der Burg ist ein etwa 15 Meter langer Gang in den Fels gehauen. Nach zwei leichten Knicken biegt er senkrecht nach oben und endet zwei Meter weiter; ob er ein unfertiger Fluchtweg oder ein Versuch zur Eroberung der Burg war, weiß niemand.
- Anders als die meisten großen Burgen des oberen Zemplín entstand Jasenov als Sitz einer Adelsfamilie und nicht als königliche Festung.
- Alte Postkarten und Fotos aus den 1910er Jahren bis etwa in die 1960er Jahre erkennt man an den restaurierten Dächern von Turm und Bastion, die es heute nicht mehr gibt.
- Graf Gejza Andrássy plante einmal, aus der Ruine ein Jagdschlösschen zu machen; der Erste Weltkrieg beendete diese Pläne.
- Nach 1644 wurde die Burg nie wieder aufgebaut, weil ihre Besitzer, die Drugeths, stattdessen ein neues Schloss in Humenné bauten.
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Die Burg Jasenov besuchen
- Die Ruine ist frei zugänglich, und das Umfeld wurde von Wildwuchs befreit. Der Besuch erfolgt auf eigene Verantwortung, tragen Sie daher feste Schuhe.
- Am einfachsten ist der Aufstieg auf dem gelb markierten Weg vom Dorf Jasenov, etwa 30 Minuten hinauf und 20 Minuten hinunter. Ein blau markierter Weg führt von Humenné über Jasenov zur Burg, ein längerer grüner Weg kommt aus Krivoštany bei Strážske herauf.
- Von der mittelalterlichen Burg sind vor allem die Mauern des Palas und des alten Turms erhalten, dazu Spuren von Renaissancegewölben, ein gotisches Rundfenster und ein halbrundes Renaissancetor zum ersten Hof.
- Von der Burg bietet sich eine schöne Aussicht nach Norden auf Humenné und seine Umgebung.
- Die Burg Brekov, die ältere Schwesterburg der Drugeths, liegt etwa 6 km entfernt, die Burg Čičava etwa 13 km; beide finden Sie ebenfalls auf dieser Seite.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Jasenov
Fotos: Burg Jasenov



Fragen
Wo liegt die Burg Jasenov und wie kommt man hin?
Die Burg Jasenov steht auf einem Hügel etwa 4 km südlich von Humenné in der Ostslowakei, rund einen Kilometer vom Dorf Jasenov entfernt. Am einfachsten ist der gelb markierte Fußweg vom Dorf, etwa 30 Minuten bergauf.
Wer hat die Burg Jasenov gebaut?
Die Quellen sind sich nicht einig. Meist wird die Familie Petényi genannt, andere Quellen erwähnen die Familien Gutkeled und Ráskai. Später gehörte die Burg bis ins 17. Jahrhundert den Drugeths.
Warum ist die Burg Jasenov eine Ruine?
1644 wurde sie im Aufstand von Georg Rákóczi erobert und schwer beschädigt. Die Drugeths bauten sie nicht wieder auf, da sie bereits ein Schloss in Humenné umbauten.
Was hat es mit dem Falschgeld auf sich?
Im 16. Jahrhundert wurde unter Gabriel Drugeth in einer geheimen Werkstatt der Burg falsches Geld geprägt, vor allem polnische Groschen. Der Meister Nikolaus wurde 1551 in Prešov hingerichtet.
Kann man die Burg Jasenov frei besichtigen?
Ja, das Gelände steht Besuchern offen, und der Hügel wurde von Bewuchs befreit. Der Besuch erfolgt auf eigenes Risiko, und die Sanierungsarbeiten von Gemeinde und Freiwilligenverein laufen weiter.
Was gibt es in der Nähe der Burg Jasenov zu sehen?
Die Burg Brekov liegt etwa 6 km entfernt, die Burg Čičava etwa 13 km. Markierte Wege führen außerdem zur Burg Vinné und in das Erholungsgebiet Zemplínska šírava.
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