
Holzkirche St. Nikolaus in Ruská Bystrá: Blockbau im Vihorlat-Gebirge
Die Kirche der Überführung der Reliquien des heiligen Nikolaus in Ruská Bystrá ist eine griechisch-katholische Holzkirche im Okres Sobrance in der Ostslowakei, umgeben vom Vihorlat-Gebirge. Sie wurde 1730 gebaut, gehört zu den neun Holzkirchen und Glockentürmen, die 2008 von der UNESCO aufgenommen wurden, und ist einer der stillsten Winkel des karpatischen Holzkirchenerbes.
Ein Dorf mit gut hundert Einwohnern bewahrt eine Blockkirche von 1730 auf der UNESCO-Welterbeliste, mit unverkleideten Balken und einer Ikonostase, deren Kalvarie ungewöhnlich hoch unter der Decke sitzt.
Die Geschichte der Holzkirche von Ruská Bystrá
Ruská Bystrá ist ein kleines Dorf im Okres Sobrance in der Ostslowakei, das 1405 erstmals urkundlich erwähnt wird. Seine griechisch-katholischen Gläubigen, die dem byzantinischen Ritus in Einheit mit Rom folgen, errichteten die Holzkirche 1730 auf einer Anhöhe im Dorf, zur Regierungszeit des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. Sie ist dem heiligen Nikolaus geweiht, genauer dem Fest der Überführung seiner Reliquien, als seine Gebeine von Myra nach Bari gebracht wurden.
Die Erbauer verwendeten von Hand behauene Nadelholzstämme, die an den Ecken mit Zimmermannsverbindungen verbunden sind. Die untersten Balken, mit schwarzem Anstrich gegen holzzerstörende Insekten behandelt, ruhen auf einem Steinfundament. Der Grundriss besteht aus drei Quadraten in einer Reihe von Ost nach West: Das kleinste, östliche, enthält den Altarraum mit einem kleinen zweiflügeligen Fenster, das größte ist das Blockbau-Schiff, und das dritte im Westen trägt den Glockenturm auf Pfosten. Der Turm ist kein Blockbau, sondern außen mit senkrechten Brettern verkleidet und von einem Zeltdach mit achteckigem Schindelaufsatz und einem geschmiedeten Kreuz gekrönt. Ein Schindeldach deckt die ganze Kirche, dessen unterste Schindelreihe zahnförmig gearbeitete Kanten hat.
Im Inneren trennt eine hölzerne Barock-Ikonostase mit fünf Reihen den Altarraum vom Schiff. In der ersten Reihe stehen Ikonen der Gottesmutter Hodegetria und Christi als Lehrer, an der Seitenwand der heilige Nikolaus und, ungewöhnlich, die heilige Paraskeva. Die zweite Reihe der Feste hat in der Mitte das letzte Abendmahl, die dritte Reihe zeigt die Apostel um Christus den Hohepriester, und über den Propheten des Alten Testaments schließt die Kalvarie das Ganze ab. Die deutsche Wikipedia ergänzt, dass die Ikonostase ursprünglich aus einer anderen Kirche stammte und dem Raum angepasst werden musste. Auf dem Altar steht eine wertvolle Ikone der Kreuzigung, die vollständig restauriert wurde.
Das 20. Jahrhundert brachte Wechsel der Konfession. Laut der polnischen Wikipedia fiel die Kirche in den 1950er Jahren an die Orthodoxen und wurde später den Griechisch-Katholischen zurückgegeben. Eine gründliche Renovierung, vor allem im Inneren, wurde 1989 abgeschlossen, und bei Reparaturen 2002 ersetzte man einige Konstruktionselemente und einen Teil der Schindeldeckung. 1968 wurde die Kirche zusammen mit 26 weiteren Kirchen als Gruppe ostslowakischer Holzkirchen zum nationalen Kulturdenkmal der Slowakei erklärt.
Am 7. Juli 2008 nahm das Welterbekomitee auf seiner 32. Sitzung in Québec die Kirche zusammen mit acht weiteren Holzbauten unter dem Titel Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten in die Welterbeliste auf. Die neun Bauten an acht Orten stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert; drei davon sind griechisch-katholische Kirchen in Bodružal, Ruská Bystrá und Ladomirová.
Wissenswertes über die Holzkirche von Ruská Bystrá
- Anders als die griechisch-katholischen Kirchen von Bodružal und Ladomirová sind die Blockwände außen weder mit Brettern noch mit Schindeln verkleidet, sodass das dunkle Holz sichtbar bleibt.
- Die Decke ist kein aufsteigendes Blockgewölbe in Form eines Pyramidenstumpfs wie in vielen anderen Kirchen, sondern eine flache Fläche aus geraden Brettern.
- Die heilige Paraskeva, eine ungewöhnliche Wahl, hat eine Ikone in der ersten Reihe der Ikonostase an der Seitenwand des Schiffs.
- Die Kalvarie über der Ikonostase sitzt ungewöhnlich an der Decke; laut deutscher Wikipedia musste sie aus Platzmangel gekrümmt werden.
- Die Formen an der Turmspitze gehen fließend von einer geometrischen Form in die andere über, statt der üblichen zwiebelförmigen Kuppeln mit klarer Geometrie.
- Ein grün markierter Wanderweg führt von Remetské Hámre über die Wiese Pilníková lúka in 812 m Höhe zur Kirche; der Aufstieg dauert etwa 3 Stunden 50 Minuten.
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Die Holzkirche von Ruská Bystrá besuchen
- Die Kirche steht auf einer Anhöhe mitten in einem sehr kleinen Dorf im Vihorlat-Gebirge, der Besuch lebt also ebenso von der Umgebung wie vom Bauwerk.
- Umrunden Sie sie von außen: Sie sehen die unverkleideten Blockwände auf dem Steinfundament, das Schindeldach mit gezackten Kanten und den Pfosten-Glockenturm mit Zeltdach.
- Das Innere ist bekannt für die fünfreihige Ikonostase und die restaurierte Kreuzigungsikone auf dem Altar. Aus den Quellen geht nicht hervor, wann die Kirche geöffnet ist, fragen Sie daher vor Ort nach.
- Geübte Wanderer können auf dem grün markierten Weg von Remetské Hámre über die Wiese Pilníková lúka kommen; die slowakische Wikipedia nennt für den Aufstieg etwa 3 Stunden 50 Minuten.
- Die Quellen erwähnen in der Region außerdem die Holzkirchen von Šmigovec, Hrabová Roztoka und Inovce; auf dieser Seite liegt die Burg Jasenov etwa 28 km entfernt.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von St. Nikolaus (Ruská Bystrá)
Fotos: St. Nikolaus (Ruská Bystrá)





Fragen
Wo liegt die Holzkirche von Ruská Bystrá?
Sie steht auf einer Anhöhe im Dorf Ruská Bystrá im Okres Sobrance in der Kaschauer Region in der Ostslowakei. Das Dorf ist vom Vihorlat-Gebirge umgeben.
Ist die Kirche von Ruská Bystrá UNESCO-Welterbe?
Ja. Seit dem 7. Juli 2008 gehört sie zusammen mit acht weiteren Holzbauten zu den Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten.
Wann wurde die Kirche gebaut?
Sie wurde 1730 von den Gläubigen vor Ort errichtet, zur Zeit Kaiser Karls VI. Es ist ein Blockbau auf einem Steinfundament.
Was gibt es im Inneren der Kirche zu sehen?
Hauptmerkmal ist eine fünfreihige Barock-Ikonostase, die den Altarraum vom Schiff trennt, mit Ikonen des heiligen Nikolaus, der Gottesmutter, Christi als Lehrer und der heiligen Paraskeva in der ersten Reihe. Auf dem Altar steht eine restaurierte Kreuzigungsikone.
Wodurch unterscheidet sie sich von anderen slowakischen Holzkirchen?
Ihre Blockwände sind außen unverkleidet, die Decke ist flach und das Dach trägt keinen Zierrat. Darin unterscheidet sie sich von den griechisch-katholischen Kirchen von Bodružal und Ladomirová.
Welchem Heiligen ist die Kirche geweiht?
Sie ist dem heiligen Nikolaus geweiht, genauer der Überführung seiner Reliquien von Myra nach Bari. Der slowakische Name lautet Chrám Prenesenia ostatkov svätého Mikuláša.
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