Bzovík: ein mittelalterliches Kloster als Festung
Bzovík ist ein ehemaliges Benediktiner- und später Prämonstratenserkloster im Dorf Bzovík im Okres Krupina in der Mittelslowakei. Als im 16. Jahrhundert die Osmanengefahr wuchs, wurde es zu einem befestigten Herrenhaus mit Graben und runden Eckbastionen umgebaut. Heute ist es eine romantische Ruine mit gut erhaltenen Außenmauern, ein stiller Geheimtipp am Rand des Hont.
Mönche gründeten es in den 1130er Jahren, 1530 vertrieb sie ein Magnat und machte aus dem Kloster eine Festung mit Schießscharten und Eckbastionen. Die Mauern stehen noch.
Die Geschichte des Klosters Bzovík
Das Kloster in Bzovík entstand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, höchstwahrscheinlich zwischen 1127 und 1131. Gegründet wurde es von Graf Lampert aus dem Geschlecht Hunt-Poznan gemeinsam mit seiner Frau Sophia und seinem Sohn Nikolaus. Die älteste erhaltene Nachricht stammt aus dem Jahr 1135, als König Béla II. die Gründung bestätigte, die dem heiligen Stephan, dem ersten König Ungarns, geweiht war. Der König hielt zugleich den Besitz des Klosters fest: zehn ganze Güter im Komitat Hont, zwei im Komitat Esztergom, eines in Nógrád, Weinberge in drei Dörfern sowie Land und Leute in zwölf weiteren Orten. Anfangs lebten hier Benediktiner.
Zwischen etwa 1179 und 1181 lösten Prämonstratenser aus Olomouc die Benediktiner ab. Sie verbreiteten Bildung ebenso wie neue Methoden des Ackerbaus. 1262 bestätigte König Béla IV. dem Orden den Besitz, fügte weitere Güter hinzu und stellte die Gerichtsbarkeit über die Leute des Klosters allein unter den Landesrichter oder den Propst. Die Propstei spielte fortan über Jahrhunderte eine wichtige Rolle in der Geschichte des Komitats Hont. Die romanische Zweiturmkirche, zu der später Klostergebäude mit Kreuzgarten und Kreuzgang hinzukamen, zählte zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken der Slowakei.
Das 15. Jahrhundert war unruhig. Kirche und Kloster wurden mehrfach angegriffen, brannten mehrmals nieder und wurden wieder aufgebaut; 1433 verwüsteten die Hussiten die Abtei. Die Wende brachte die Niederlage bei Mohács 1526. Das Gut gehörte damals Žigmund Balaš (Zsigmond Balassa), einem der Magnaten der Mittelslowakei, der 1530 die Mönche vertrieb. Sie flohen mit ihrem Archiv zu den Benediktinern nach Hronský Beňadik. Balaš begann, das Kloster zu einem befestigten Herrenhaus umzubauen: Die Mauern erhielten kräftige Schießscharten und innere Wehrgänge, an der Innenseite wurden Unterkünfte für Soldaten und Wirtschaftsgebäude angefügt, und die ganze Anlage schützten breite Gräben und massive Eckbastionen. Die Arbeiten dauerten bis zur Jahrhundertmitte, und an einigen Bastionen sind die Initialen S. B. und die Jahreszahl 1545 erhalten.
Auch das weitere Schicksal war bewegt. 1620 brannte die Anlage, gegen Ende des 17. Jahrhunderts kam sie zur Kirche zurück. 1678 nahmen sie die Aufständischen von Imre Thököly ein. Danach gehörte sie den Jesuiten und dem Erzbischof von Esztergom, mit dem barocke Umbauten verbunden werden, und die Erzbischöfe behielten das Gut bis 1908. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts verfiel die Anlage. Der Zweite Weltkrieg versetzte ihr einen schweren Schlag: Ein Bombentreffer 1945 zerstörte den letzten Turm der romanischen Kirche und einen Teil des Chores, später gingen weitere Mauerteile verloren. Erforschung und Konservierung begannen 1969, und 2023 wurde die Burg mit Hilfe von Freiwilligen saniert.
Wissenswertes über das Kloster Bzovík
- Slowakische Quellen verwenden für die Anlage viele Bezeichnungen, etwa hrad, zámok, kláštor oder pevnosť, weil sich schwer sagen lässt, ob es sich um Kloster, Burg oder Herrenhaus handelt. Der amtliche Name lautete zwischen 1981 und 1990 sogar Bzovícky zámok.
- Das Kloster war dem heiligen Stephan, dem ersten König Ungarns, geweiht; die erste schriftliche Erwähnung ist eine königliche Urkunde von 1135, die auch seine Güter auflistet.
- Als die Prämonstratenser 1530 flohen, nahmen sie ihr Archiv mit zu den Benediktinern in Hronský Beňadik.
- An einigen Bastionen finden sich bis heute die Initialen S. B. (Sigismundus Balassa) und die Jahreszahl 1545.
- Die Prämonstratenserpropstei wurde im Mittelalter zu einem der größten Feudalgüter der Region Hont.
- Polnische Quellen erwähnen vor dem Haupteingang der Stephanskirche im Dorf eine Linde, deren Alter auf etwa 300 Jahre geschätzt wird.
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Das Kloster Bzovík besuchen
- Die äußere Befestigung mit den Eckbastionen ist der am besten erhaltene Teil der Anlage und zeigt Spuren von Rekonstruktion. Der Rest des ehemaligen Klosters ist Ruine.
- Die Anlage ist nach dem Abbiegen von der Hauptstraße südlich des Dorfes gut zu sehen. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zugangs- und Öffnungsbedingungen, da der Ort kürzlich saniert wurde.
- Im Dorf steht außerdem eine Stephanskirche, die in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert wird, mit Wandmalereien und einem steinernen Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert.
- Die Burg Čabraď liegt nur etwa 8 km entfernt, beide Ruinen lassen sich gut an einem Tag verbinden. Auf dieser Seite finden Sie im Umkreis von 30 km außerdem Nový zámok, die Katharinenkirche in Banská Štiavnica und Pustý hrad.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Befestigtes Kloster Bzovík
Fotos: Befestigtes Kloster Bzovík




Fragen
Wo liegt das befestigte Kloster Bzovík und wie kommt man hin?
Es steht im Dorf Bzovík im Okres Krupina in der Region Banská Bystrica. Die Anlage ist nach dem Abbiegen von der Hauptstraße südlich des Ortes gut zu sehen.
Ist Bzovík eine Burg oder ein Kloster?
Beides. Es entstand im 12. Jahrhundert als Benediktinerkloster, wurde später prämonstratensisch und im 16. Jahrhundert zu einer Festung mit Bastionen und Graben umgebaut. Slowakische Quellen nennen es deshalb sowohl Burg als auch Kloster.
Wer gründete das Kloster Bzovík?
Graf Lampert aus dem Geschlecht Hunt-Poznan gründete es mit seiner Frau Sophia und seinem Sohn Nikolaus, wahrscheinlich zwischen 1127 und 1131. Die älteste Nachricht ist eine Urkunde König Bélas II. von 1135.
Warum wurde das Kloster zur Festung umgebaut?
Nach der Niederlage bei Mohács 1526 war die Region von den Osmanen bedroht. Der Besitzer Žigmund Balaš vertrieb 1530 die Mönche und ließ die Abtei mit Schießscharten, Wehrgängen, Graben und Eckbastionen befestigen.
Was geschah mit Bzovík im Zweiten Weltkrieg?
Die Anlage wurde schwer beschädigt. Nach ungarischen Quellen zerstörte 1945 ein Bombentreffer den letzten Turm der alten Kirche und einen Teil des Chores, weitere Mauerteile gingen bei späterem Abtragen verloren.
Was gibt es in der Umgebung von Bzovík zu sehen?
Die Burg Čabraď ist etwa 8 km entfernt. Nový zámok, die Katharinenkirche in Banská Štiavnica und Pustý hrad liegen im Umkreis von 30 km.
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