Burg Čabraď: Burgruine im Reptilienreservat
Die Burg Čabraď (slowakisch Čabraď, ungarisch Csábrág) ist eine Burgruine auf einem Hügel über dem Tal der Litava bei der Gemeinde Čabradský Vrbovok auf der Hochebene Krupinská planina in der Mittelslowakei. Der Fluss umfließt den Hügel in einer Schleife, und der Wald erobert die Ruine langsam zurück. Sie ist ein stilles Ziel für Wanderer, Burgenfreunde und alle, die Sehenswürdigkeiten abseits der Hauptrouten suchen.
Die Osmanen versuchten es immer wieder vergeblich, doch 1812 zündeten ihre eigenen Besitzer sie an. Heute liegt die Ruine im reptilienreichsten Reservat der Slowakei.
Die Geschichte der Burg Čabraď
Die Geschichte beginnt mit der älteren Burg Litava, die 1276 erstmals erwähnt wurde und etwa zweieinhalb Kilometer weiter südöstlich stand. Sie verfiel nach 1318 im Kampf gegen den Oligarchen Matthäus Csák. Als Nachfolgerin entstand die Burg an der heutigen Stelle, die Herrschaftsgebiet und Namen übernahm. Sie schützte einen alten Weg von Šahy über die Burg nach Bzovík, Krupina und weiter in die Bergstädte der heutigen Mittelslowakei. Zunächst königliches Gut, wechselte sie besonders in der frühen Regierungszeit Sigismunds von Luxemburg oft den Besitzer und gehörte nach 1394 dem Geschlecht Kakas. Mitte des 15. Jahrhunderts besetzten sie zeitweise die Truppen Johann Giskras, und im Spätjahr 1461 belagerte sie das Heer von König Matthias Corvinus. Nach dem anschließenden Umbau setzte sich die heutige Namensform durch, 1469 als castellum Chabrad belegt.
1511 verkaufte der damalige Besitzer Urban Fánchy die Burg mit dem Herrschaftsgebiet für 1000 Gulden an Tamás Bakócz, Erzbischof von Gran (Esztergom) und einen der reichsten Männer Ungarns. Um 1520 ließ er die Burg umbauen und erweitern. Nach seinem Tod 1521 kam sie an das Geschlecht Erdődy und später an die Pálffy. 1547 eroberte der Räuberritter Menyhért Balassa die Burg, und 1549 erlitt sie bei einer Belagerung durch ein kaiserliches Heer unter Nicolas Salm schwere Schäden. Das Herrschaftsgebiet umfasste damals 34 Güter in den Komitaten Hont, Bars und Gran, teilweise von den Osmanen besetzt, daher ließen die Pálffys die Burg sanieren und die Wehranlage verstärken. Die Arbeiten setzten sich unter dem Kommandanten Ján Krušič fort. Auch dank ihnen konnten die Osmanen die Burg bei wiederholten Versuchen nicht einnehmen, und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts war sie eine wichtige Festung gegen die Türken.
Eine dauerhafte Änderung kam 1622, als das Geschlecht Koháry die Burg mit Zustimmung Ferdinands II. erwarb. Die letzten Umbauten im 17. Jahrhundert machten aus der Innenburg einen bequemen Herrensitz. Die Osmanen eroberten sie nie, wohl aber Truppen, die an ungarischen Ständeaufständen beteiligt waren, und erst nach der Niederschlagung des Rákóczi-Aufstandes 1709 konnten die Kohárys zurückkehren. Der alte Weg durch das Litavatal verlor danach an Bedeutung, und ab 1744 baute sich die Familie ein neues repräsentatives Schloss in Svätý Anton, wohin nach und nach die Wertgegenstände gebracht wurden. Die alte Burg diente nur noch als Sommerfrische. 1812 ließ Franz Josef Koháry sie niederbrennen. Nach der slowakischen Wikipedia sollte damit verhindert werden, dass Raubritter die Burg besetzten.
Mit Franz' Tod 1826 erlosch das Geschlecht Koháry in männlicher Linie, und über die Heirat der einzigen Erbin Maria Antonie ging die Burg mit dem Herrschaftsgebiet an Herzog Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha. Nahe dem Eingangstor stand bis zum späten 19. Jahrhundert ein Kornspeicher, und ein Urbar von 1830 belegt, dass Herrschaftsgebiet und kleine Siedlung unter der Burg weiterbestanden. Den größten Teil des 20. Jahrhunderts stand die Ruine verlassen und überwuchert. 1967 wurden der Burghügel und seine Umgebung zum Nationalen Naturreservat erklärt, und nach ersten Konservierungen in den 1990er Jahren entstand 2000 der Verein Rondel, der die Reste der Anlage schrittweise sichert.
Wissenswertes über die Burg Čabraď
- Die Burg hieß ursprünglich Litava nach dem Fluss und der älteren Burg in der Nähe; der heutige Name Chabrad ist seit 1469 belegt.
- Tamás Bakócz, der die Burg 1511 kaufte, war Erzbischof von Gran und einer der reichsten Männer Ungarns; um 1520 investierte er in ihren Umbau.
- 1547 besetzte der Räuberritter Menyhért Balassa die Burg mit seinem Gefolge; nach der englischen Wikipedia zwang ihn der König etwa ein Jahr später zum Abzug.
- Die Osmanen versuchten mehrfach vergeblich, Čabraď einzunehmen, doch 1812 setzten die eigenen Besitzer, die Familie Koháry, die Burg in Brand.
- Der Burghügel ist seit 1967 Nationales Naturreservat mit dem größten Reptilienreichtum der Slowakei, vor allem Nattern.
- Im 19. Jahrhundert wurde in die Burganlage ein Kornspeicher eingefügt, der auf den letzten Zeichnungen jener Zeit noch als funktionierendes Gebäude zu sehen ist.
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Die Burg Čabraď besuchen
- Die Ruine ist frei zugänglich. Am einfachsten gelangt man von einem Parkplatz in der Siedlung Konské der Gemeinde Čabradský Vrbovok über Feld- und Wanderwege. Alternativ erreicht man sie über den Abzweig Cerina an der Straße I/75 zwischen Plášťovce und Veľký Krtíš.
- Die Oberburg stand auf dem lang gestreckten Gipfel mit Wohnturm, großem Burghof und drei Palasbauten; der Eingang lag an der Nordseite in einem dreistöckigen Tor, wohl mit Zugbrücke. Auf der Westseite erkennt man Bastionen und kleinere Basteien der äußeren Befestigung.
- Der Burghügel wird von einer Flussschleife der Litava umflossen, die ihm natürlichen Schutz bot und dem Spaziergang seinen Reiz verleiht. Da er in einem Naturreservat liegt, bleiben Sie auf den markierten Wegen und beachten Sie die örtlichen Regeln.
- Das befestigte Kloster Bzovík liegt nur etwa 8 km entfernt, beide Orte lassen sich gut an einem Tag verbinden. Nový zámok und die Katharinenkirche in Banská Štiavnica sind rund 30 km entfernt. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Bedingungen.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Čabraď
Fotos: Burg Čabraď
Fragen
Wo liegt die Burg Čabraď und wie kommt man hin?
Sie steht bei der Gemeinde Čabradský Vrbovok südöstlich von Krupina. Am einfachsten geht man von einem Parkplatz in der Siedlung Konské über Feld- und Wanderwege.
Ist die Burg Čabraď eine Ruine?
Ja. Die Besitzer ließen sie 1812 niederbrennen, seitdem verfällt sie. Konservierungsarbeiten begannen in den 1990er Jahren, und seit 2000 sichert der Verein Rondel die Reste.
Wie alt ist die Burg Čabraď?
Die ältere Burg Litava wird 1276 erstmals erwähnt. Die heutige Burg entstand danach, übernahm ihren Namen und ist 1469 als Chabrad belegt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde sie umgebaut und befestigt.
Haben die Osmanen die Burg Čabraď erobert?
Nein. Obwohl sie es mehrfach versuchten, hielt die verstärkte Wehranlage stand. Truppen aus den ungarischen Ständeaufständen des 17. Jahrhunderts nahmen sie dagegen ein.
Warum ist Čabraď für Reptilien bekannt?
Der Burghügel mit Umgebung ist seit 1967 Nationales Naturreservat mit dem größten Reptilienreichtum der Slowakei. Besonders häufig sind Nattern.
Was gibt es in der Umgebung der Burg Čabraď zu sehen?
Das befestigte Kloster Bzovík liegt etwa 8 km entfernt. Nový zámok, die Katharinenkirche in Banská Štiavnica und Pustý hrad liegen im Umkreis von 35 km.
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