Burg Fiľakovo: eine Höhenburg auf dem Vulkanhügel der Südslowakei
Die Burg Fiľakovo (slowakisch Fiľakovský hrad, deutsch auch Burg Fileck, ungarisch Füleki vár) ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg auf einem Vulkanhügel mitten in der Stadt Fiľakovo in der Südslowakei. 1551 zu einer mächtigen Renaissance-Festung ausgebaut, fiel sie drei Jahre später an die Osmanen und blieb nach einem Brand 1682 Ruine. Heute sind ein Museum in der Bebek-Bastion und ein Lehrpfad ein lohnender Halt in der Südslowakei.
Eine Burg auf dem Tuffring eines alten Vulkans fiel 1554 an die Osmanen und war 39 Jahre lang Sitz eines Sandschaks; seit dem Brand von 1682 ist sie eine Ruine.
Die Geschichte der Burg Fiľakovo
Archäologische Funde belegen, dass der Burgberg schon in der Kupferzeit, um 3500 v. Chr., besiedelt war. Im 12. Jahrhundert stand hier wohl eine steinerne Burg mit einem viereckigen Turm, einer Ringmauer mit einem Palast an der Südwestseite und wahrscheinlich einem Wall mit Palisaden. Die erste urkundliche Erwähnung von 1242 berichtet, dass die Burg dem Mongoleneinfall standgehalten hatte. Zu den Besitzern gehörte der Oligarch Matthäus Csák, der sie von 1311 bis 1321 innehatte. 1483 wurde die Burg von den Truppen König Matthias Corvinus’ erobert; 1490 kam sie in die Obhut des Kastellans Ráskay, dessen Tochter Ferenc Bebek heiratete und die Burg als Mitgift erhielt.
Nach dem Wachsen der osmanischen Gefahr nach der Schlacht bei Mohács ließen die Bebeks die Burg 1551 nach Plänen des Italieners Alessandro da Vedano zu einer mächtigen Renaissance-Festung ausbauen. Es entstanden eine Mittelburg mit zwei großen fünfeckigen Bastionen, deren westliche noch heute den Namen Bebek-Bastion trägt, und dazwischen eine sechs Meter dicke Mauer mit drei Geschützstellungen und sechs Nischen für Hakenbüchsen. Die Unterburg schützten drei vieleckige Bastionen, zwei Tortürme mit Zugbrücke und ein zehn Meter tiefer Graben; zugleich wurden starke Stadtmauern errichtet. Trotzdem nahmen die Osmanen die Burg am 16. Juni 1554 ein, nach ungarischen Quellen durch Verrat. 39 Jahre lang war sie Sitz des Sandschaks Filek, der weite Teile der heutigen Südslowakei beherrschte.
Unter osmanischer Herrschaft wurden die Mauern verstärkt, und die Quellen erwähnen ein Minarett, Gärten, Karawanenställe, Läden und Werkstätten sowie eine verbesserte Wasserversorgung mit Brunnen. 1593 eroberte ein kaiserliches Heer die Burg zurück. Das 17. Jahrhundert war die Blütezeit von Burg und Stadt; hier tagten die Komitate der Umgebung, doch musste die Burg nach Kämpfen zwischen den Habsburgern und ihren Gegnern und nach einem Brand 1615 immer wieder instand gesetzt werden.
Das Ende kam 1682. Imre Thököly belagerte die Burg mit starker Unterstützung eines osmanischen Heeres und eroberte sie; die Burg brannte nieder, mit ihr das Komitatsarchiv, und die Stadt wurde zerstört. Seither ist sie eine Ruine. Seit 1972 wird die Anlage saniert, und in der wiederhergestellten Bebek-Bastion ist eine Ausstellung zur Geschichte von Burg und Stadt untergebracht.
Wissenswertes über die Burg Fiľakovo
- Der Hügel selbst ist eine geologische Besonderheit: Die Burg steht auf den Resten eines Tuffwalls, Teil eines vulkanischen Maars, und liegt im Geopark Novohrad–Nógrád.
- Spuren einer Besiedlung des Burgbergs reichen bis etwa 3500 v. Chr. zurück, lange vor der ersten steinernen Burg.
- Die Mauer zwischen den beiden fünfeckigen Bastionen des Umbaus von 1551 ist sechs Meter dick und hat drei Geschützstellungen und sechs Nischen für Hakenbüchsen.
- Unter den Osmanen war die Burg Sitz des Sandschaks Filek, und zwischen 1554 und 1593 lösten sich hier laut der ungarischen Wikipedia zehn Beys ab.
- Als die Burg 1682 niederbrannte, ging mit ihr auch das Komitatsarchiv verloren.
- Das 2007 gegründete Burgmuseum zeigt Ofenkacheln mit Bildern mittelalterlicher ungarischer Könige und Heiliger, die Originalschlüssel der Burg und Gegenstände aus den 39 Jahren osmanischer Herrschaft.
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Die Burg Fiľakovo besuchen
- Die Ruine liegt mitten in der Stadt und ist daher leicht zu erreichen. Von der Unterburg ist nur ein Teil des Hofes erhalten, von den Stadtbefestigungen nur eine Bastion.
- In der fünfgeschossigen Bebek-Bastion wurde 2008 auf den drei unteren Etagen die Ausstellung „Stáročia fiľakovského hradu“ (Jahrhunderte der Burg Fiľakovo) eröffnet, mit mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Funden, den Originalschlüsseln und Gegenständen aus osmanischer Zeit.
- Die Ausstellung zeigt auch Funde aus der Umgebung, etwa einen Teil des Bronzeschatzes von Hodejov und Gürtelbeschläge aus der Zeit des Awarenkhaganats aus der Flur von Prša.
- Ein Lehrpfad durch die Ruine erklärt die Geschichte der Burg und die Geologie des Hügels. Für das unebene Gelände empfehlen sich feste Schuhe.
- Die Burg Šomoška, die Sie ebenfalls auf dieser Seite finden, liegt etwa 11 km entfernt. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Fiľakovo
Fotos: Burg Fiľakovo




Fragen
Wo liegt die Burg Fiľakovo?
Die Burg Fiľakovo steht auf einem Vulkanhügel mitten in der Stadt Fiľakovo in der Südslowakei, in der Region Novohrad. Die Burg Šomoška ist etwa 11 km entfernt.
Was geschah mit der Burg Fiľakovo?
Die Osmanen eroberten sie 1554 und hielten sie 39 Jahre lang. 1682 wurde sie erneut erobert und brannte samt dem Komitatsarchiv nieder; seither ist sie eine Ruine.
Wem gehörte die Burg Fiľakovo?
Zu den Besitzern gehörten Matthäus Csák, der sie von 1311 bis 1321 innehatte, und die Familie Bebek, die sie als Mitgift erhielt und 1551 ausbaute. Sie war auch königlicher Besitz und wurde an die Perényi verpfändet.
Was gibt es heute auf der Burg Fiľakovo zu sehen?
Zu sehen sind die konservierten Ruinen, die wiederhergestellte Bebek-Bastion mit der Museumsausstellung und ein Lehrpfad, der Geschichte und Geologie des Hügels erklärt.
Was war der Sandschak Fiľakovo?
Es war ein osmanischer Verwaltungsbezirk mit Sitz auf der Burg Fiľakovo von 1554 bis 1593. Er umfasste weite Teile der Südslowakei.
Wie alt ist die Burg Fiľakovo?
Der Hügel war um 3500 v. Chr. besiedelt, im 12. Jahrhundert stand hier eine Befestigung, und die erste Erwähnung stammt von 1242. Die Renaissance-Bastionsfestung stammt von 1551.
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