Burg Gýmeš: die Ruine der Familie Forgách auf dem Berg Dúň
Burg Gýmeš (auch Burg Jelenec, ungarisch Gímesi vár) ist die Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg auf dem steilen Quarzitberg Dúň in 514 Metern Höhe am Südhang des Tribeč-Gebirges. Sie liegt rund 5 km nördlich der Gemeinde Jelenec bei Nitra und ist eine markante Landmarke der weiteren Umgebung, nur zu Fuß erreichbar.
Eine Burg, die zweimal das Heer des böhmischen Königs abwehrte, wurde am Ende zum Materiallager: 1833 trug man ihr Dach ab, um es für eine Zuckerfabrik im Dorf zu verwenden.
Die Geschichte der Burg Gýmeš
Die Burg Gýmeš entstand im 13. Jahrhundert, wahrscheinlich zwischen 1253 und 1270, auf Geheiß von Andreas, einem Sohn des Ivanka aus dem Geschlecht Hont-Pázmány, dem Stammvater der Familie Forgách. Die Quellen weichen beim Datum etwas ab, doch alle setzen die Gründung nach dem Mongoleneinfall an. Der älteste Kern bestand aus einer frühgotischen Ringmauer um einen dreieckigen Hof mit einem prismatischen Wohn- und Wehrturm auf der Südseite. Die Burg erwies sich als stark: 1271 und 1273 widerstand sie den Belagerungen durch Truppen Ottokars II. Přemysl von Böhmen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts kamen ein weiterer Turm und Paläste in gemeinsamer Befestigung hinzu.
Nach dem Tod des Andreas im Jahr 1295 teilten die Nachfahren die Burg unter sich auf, und Tamás, einer seiner Söhne, erhielt den kleinsten Teil und ließ auf der Nordostseite einen eigenen Palas bauen. Anfang des 14. Jahrhunderts eroberte Matthäus Csák von Trentschin, der Herr der heutigen Westslowakei, die Burg. Nach seinem Tod 1321 fiel sie an die Krone und gelangte später an die Forgách zurück, die sie über Jahrhunderte hielten. Unter ihrer Herrschaft entstanden ab dem 15. Jahrhundert neue Paläste und umfangreiche Befestigungen, und im 16. Jahrhundert kamen am Eingang ein großer Turm mit trapezförmigem Grundriss und ein runder Turm hinzu.
Die frühe Neuzeit war unruhig. 1576 nahmen und beschädigten die Osmanen die Burg. Höhere Abgaben führten 1610 zu einem Bauernaufstand, den die Gutsherren gewaltsam niederschlugen. Sigmund Forgách, 1618 bis 1621 Palatin von Ungarn, ließ die beschädigte Burg 1613 sanieren, doch aufständische Truppen Gabriel Bethlens setzten sie bei einem Rachefeldzug 1618 in Brand. Eine weitere Sanierung folgte ab 1619, an der sich auch die Gespanschaft Bars beteiligte. Nach den Osmanenkriegen der 1660er Jahre wurde die am stärksten bedrohte Südseite mit Kanonenbastionen neu befestigt. Im Rákóczi-Aufstand kämpfte Simon Forgách auf Seiten der Aufständischen; 1709 ließ der Kaiser seine Güter konfiszieren und übergab sie an Paul Forgách aus einem anderen Zweig der Familie.
Anders als in vielen anderen Burgen gingen auch im 18. Jahrhundert die Bauarbeiten weiter. Paul Forgách und sein gleichnamiger Sohn ließen den gotischen Palas in eine Familiengruft mit vier Kapellen umbauen; die bekannteste war die Kapelle des heiligen Ignatius von Loyola, zu der jährlich Wallfahrten stattfanden. Nachdem 1722 im Dorf Jelenec ein Schloss gebaut worden war, begann der langsame Verfall, auch wenn die Burg noch im 19. Jahrhundert bewohnbar war. Nach einem Brand ließ Karl Forgách 1833 das Dach samt Dachstuhl abtragen, um es beim Bau einer Zuckerfabrik in Jelenec zu verwenden; nach 1840 gilt die Burg als verwüstet. 1950 wurde sie der Staatsforstverwaltung übergeben, und seit 2011 kümmert sich der Bürgerverein Castrum Ghymes um die Ruine.
Kurioses zur Burg Gýmeš
- Die Burg widerstand den Truppen Ottokars II. von Böhmen 1271 und noch einmal 1273.
- 1833 ließ Karl Forgách Dach und Dachstuhl abtragen, damit sie beim Bau einer Zuckerfabrik in Jelenec wiederverwendet werden konnten.
- Gýmeš gehört zu den wenigen Burgen, an denen im 18. Jahrhundert noch gebaut wurde: Der gotische Palas wurde in eine Familiengruft mit vier Kapellen umgewandelt.
- Die Kapelle des heiligen Ignatius von Loyola war die bekannteste und Ziel jährlicher Wallfahrten.
- Der ungarische Wikipedia-Artikel überliefert die Volkserzählung von Mundschenk Balázs Forgách, der die Burg als Belohnung dafür erhielt, Karl den Kleinen tödlich verwundet zu haben, und später einem Racheakt zum Opfer fiel; die Volksdichtung bewahrte die Geschichte.
- Die Burg kommt in der ungarischen Literatur vor: Der ungarische Artikel nennt János Arany mit den Gedichten Daliás idők und Toldi szerelme.
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Die Burg Gýmeš besuchen
- Die Burg ist zu Fuß über markierte Wanderwege von Ladice, von Kostoľany pod Tríbečom oder von Jelenec beim Teich Remitáž erreichbar.
- In der Ruine sieht man erhaltene Abschnitte der Ringmauer sowie Teile der Gebäude und Befestigungen; an mehreren Stellen haben Fenster- und Türöffnungen noch ihre steinernen Einfassungen.
- Die spätbarocke Kapelle erkennt man an der Wandgliederung mit Doppelpilastern und profilierten Gesimsen, die einst das Gewölbe trugen.
- Festes Schuhwerk ist ratsam, da die Ruine auf einem steilen Berg steht. In der Nähe liegen weitere Orte dieser Seite: die Burg Oponice (etwa 6 km), die Abtei Zobor und die Burg Nitra (etwa 12 bis 14 km). Informieren Sie sich vor der Anreise über die aktuellen Zugangsbedingungen.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Gýmeš
Fotos: Burg Gýmeš

Fragen
Wo liegt die Burg Gýmeš und wie kommt man hin?
Die Burg Gýmeš steht auf dem Berg Dúň im Tribeč-Gebirge, etwa 5 km nördlich der Gemeinde Jelenec bei Nitra. Man erreicht sie zu Fuß über markierte Wege von Ladice, Kostoľany pod Tríbečom oder Jelenec.
Wer hat die Burg Gýmeš gebaut?
Sie entstand im 13. Jahrhundert auf Geheiß von Andreas, einem Sohn des Ivanka aus dem Geschlecht Hont-Pázmány und Vorfahr der Forgách. Das genaue Jahr unterscheidet sich je nach Quelle.
Ist die Burg Gýmeš dasselbe wie die Burg Jelenec?
Ja. Die Ruine wird auch Burg Jelenec genannt, denn die Gemeinde Jelenec hieß bis 1948 Gýmeš.
Was ist heute auf der Burg Gýmeš zu sehen?
Teile der Ringmauer, Reste der Paläste und Bastionen sowie die verfallene Barockkapelle. An mehreren Stellen sind steinerne Einfassungen von Fenstern und Türen erhalten.
Warum wurde die Burg Gýmeš aufgegeben?
Nach dem Bau eines Schlosses in Jelenec 1722 begann der langsame Verfall. Die Forgách verließen die Burg im 19. Jahrhundert, und 1833 wurde ihr Dach für eine Zuckerfabrik abgetragen.
Wer kümmert sich heute um die Ruine?
Seit 2011 betreut der Bürgerverein Castrum Ghymes die Burg. Zuvor gab es in den 1980er und 1990er Jahren nur begrenzte Sanierungsmaßnahmen.
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