
Grabmal von Milan Rastislav Štefánik auf dem Berg Bradlo
Das Grabmal von Milan Rastislav Štefánik (slowakisch Mohyla Milana Rastislava Štefánika) krönt den 543 m hohen Berg Bradlo im Hügelland Myjavská pahorkatina in der Westslowakei, nahe Brezová pod Bradlom. Dušan Jurkovič entwarf das weiße Travertin-Monument in den 1920er Jahren, und mit seinen Terrassen, Treppen und vier Obelisken gehört es zu den eindrucksvollsten Denkmälern des Landes.
Vier Obelisken stehen für die vier Toten des Flugzeugabsturzes von 1919 und für die vier Länder, in denen Štefánik wirkte. Der Stein kam in 194 Eisenbahnwaggons aus der Zips.
Die Geschichte des Štefánik-Grabmals
Milan Rastislav Štefánik, slowakischer Politiker, General, Flieger und Astronom und einer der Gründerväter der Tschechoslowakei, kam am 4. Mai 1919 ums Leben, als ein italienisches Flugzeug bei Ivanka pri Dunaji nahe Bratislava abstürzte. Mit ihm starb die dreiköpfige italienische Besatzung. Die Toten wurden kurz darauf auf dem Bradlo bestattet, dem Berg oberhalb von Štefániks Geburtsort Košariská.
Der Architekt Dušan Jurkovič beschäftigte sich fast unmittelbar nach der Todesnachricht mit der Idee eines monumentalen Grabmals. Im Ersten Weltkrieg hatte er im ehemals österreichischen Galizien mehrere Soldatenfriedhöfe entworfen, und diese Erfahrung mit Gedenkstätten in der Landschaft prägte seinen Plan. 1920 stellte er einen ersten Vorschlag vor, 1921 wurde ein Verein gegründet, der das Vorhaben über Spenden finanzieren sollte. Auch mit staatlicher Unterstützung musste Jurkovič das Projekt mehrfach überarbeiten und verkleinern. Eine nationale Sammlung erbrachte rund zwei Millionen Kronen.
Die Grundsteinlegung fand am 4. Mai 1924 statt, am fünften Jahrestag von Štefániks Tod. Die Bauarbeiten begannen im Juli 1927 mit Zipser Travertin aus dem Steinbruch am Dreveník bei Spišské Vlachy, den der Staat stiftete und der in 194 Eisenbahnwaggons zur Baustelle gelangte. 150 bis 200 Arbeiter waren 280 Tage lang im Einsatz, im September 1928 war das Werk fertig; es kostete fast drei Millionen Tschechoslowakische Kronen. Am 23. September 1928 wurde das Grabmal in Anwesenheit hoher Staatsvertreter und Diplomaten feierlich eröffnet. Die sterblichen Überreste ruhen in einer Grabkammer etwa acht Meter unter der Tumba.
Während des Slowakischen Staates (1939–1945) zündeten Regimegegner hier am Jahrestag der Gründung der Tschechoslowakei Feuer als Zeichen des Widerstands. 1947 entwarf Jurkovič eine Erweiterung um zwei weitere Terrassen als Denkmal für die gefallenen Flieger des Zweiten Weltkriegs, doch nach dem kommunistischen Umsturz von 1948 geriet Štefánik in Misskredit, und der Plan wurde nie verwirklicht. Gedenkfeiern waren bis auf die Jahre 1968 und 1969 untersagt. 1968 wurde das Grabmal zum nationalen Kulturdenkmal erklärt, doch der Staat ließ es verfallen; erst 1988 war wieder eine Gedenkfeier erlaubt.
Eine umfassende Sanierung dauerte von 1989 bis 1996, und rund 30 Prozent der Travertinverkleidung mussten ersetzt werden. Die ursprünglichen Lorbeerkränze an der Tumba waren so verwittert, dass sie durch Kopien aus italienischem Marmor ersetzt wurden, weil der Travertin-Steinbruch nicht mehr in Betrieb war. Aufgewachsenes Gehölz wurde gerodet, damit der Blick über die Hügel wieder frei ist. 2009 wurde das Grabmal in die Liste des Europäischen Kulturerbe-Siegels aufgenommen; jedes Jahr im Mai findet hier eine Gedenkfeier statt.
Wissenswertes über das Štefánik-Grabmal
- Die vier jeweils etwa 12 Meter hohen Obelisken symbolisieren die vier Opfer des Flugzeugabsturzes und zugleich die vier Länder, in denen Štefánik wirkte.
- Die Anlage misst rund 96 mal 70 Meter; die untere Terrasse ist 93 mal 62 Meter groß, die obere 45 mal 32 Meter.
- An den Ecken der unteren Terrasse sind Feuerschalen für eine ewige Flamme vorgesehen.
- Der Travertin stammt vom Dreveník bei Spišské Vlachy und wurde in 194 Eisenbahnwaggons zum Bradlo gebracht.
- Die Inschriften der vier Tafeln an der Tumba erinnern an den Minister und General, den Flugzeugabsturz bei Bratislava, die beiden italienischen Soldaten, die mit ihm starben, und widmen das Grabmal auf der vierten Seite dem großen Sohn des befreiten tschechoslowakischen Volkes.
- Das Grabmal war auf der Rückseite des 5000-Kronen-Scheins der Slowakischen Krone abgebildet, die von 1993 bis 2008 galt.
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Das Štefánik-Grabmal besuchen
- Von Brezová pod Bradlom führt eine rund 4 km lange Straße zu einem Parkplatz nahe dem Denkmal; von dort ist es nur ein kurzer Fußweg zu den Terrassen.
- Zu Fuß gelangen Sie über markierte Wege hierher: Der rot markierte Weg (Teil der rund 106 km langen Štefánikova magistrála) passiert das Grabmal, und von Košariská steigt ein gelb, dann grün markierter Weg an.
- Steigen Sie die Treppen zur oberen Terrasse hinauf, zu den Obelisken und zur Tumba mit den vier Inschriftentafeln, und genießen Sie die weite Aussicht über die Hügel.
- Die Anlage ist eine Gedenkstätte, daher wird ein ruhiges und respektvolles Verhalten erwartet. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zugangsbedingungen.
- In der Umgebung finden Sie auf dieser Seite außerdem die Burg Dobrá Voda (etwa 8 km) und die Burg Čachtice (etwa 15 km).
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Grabmal von Milan Rastislav Štefánik
Fotos: Grabmal von Milan Rastislav Štefánik





Fragen
Wo liegt das Grabmal von Milan Rastislav Štefánik?
Es steht auf dem Gipfel des Bradlo (543 m) in der Westslowakei, gehört zur Stadt Brezová pod Bradlom und grenzt an die Gemeinde Priepasné. Eine rund 4 km lange Straße führt von der Stadt zu einem Parkplatz.
Wer hat das Štefánik-Grabmal entworfen?
Der slowakische Architekt Dušan Jurkovič, der im Ersten Weltkrieg viele Soldatenfriedhöfe in Galizien geplant hatte. Das Denkmal aus Travertin entstand 1927–1928.
Warum hat das Denkmal vier Obelisken?
Die vier Obelisken stehen für die vier Opfer des Flugzeugabsturzes von 1919 und zugleich für die vier Länder, in denen Štefánik wirkte.
Wie kommt man zu Fuß zum Grabmal?
Der rot markierte Weg von Brezová pod Bradlom, Teil der Štefánikova magistrála, führt zum Denkmal. Von Košariská steigt ein gelb, dann grün markierter Weg an.
Wer war Milan Rastislav Štefánik?
Er war slowakischer Politiker, Diplomat, General, Flieger und Astronom und einer der Gründerväter der Tschechoslowakei. Er starb am 4. Mai 1919 bei einem Flugzeugabsturz nahe Bratislava.
Wann wurde das Grabmal saniert?
Eine große Sanierung fand von 1989 bis 1996 statt, wobei rund 30 Prozent der Travertinverkleidung ersetzt wurden. Nationales Kulturdenkmal ist die Anlage seit 1968.
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