Burg Plaveč: Grenzburgruine über dem Poprad
Die Burg Plaveč (slowakisch Plavečský hrad, ungarisch Palocsai vár) ist die Ruine einer Höhenburg oberhalb des Ortes Plaveč im Bezirk Stará Ľubovňa in der Nordostslowakei. Um 1294 gegründet, um eine Furt an der Straße nach Polen zu sichern, wurde sie später zur Renaissance- und schließlich zur klassizistischen Residenz. Ein Brand 1856 beendete ihr Leben; heute zählt sie zu den stimmungsvollen Ruinen im Poprad-Tal.
1715 ordnete der Kaiser den Abriss alter Burgen an, und Plaveč stand als Rebellennest auf der Liste. Die Besitzer überzeugten die Kommission, es sei nur ein Wohnsitz, und die Mauern blieben.
Die Geschichte der Burg Plaveč
Die Burg Plaveč wurde 1294 erstmals unter dem Namen Palocha schriftlich erwähnt. Erbaut wurde sie, nach der slowakischen Darstellung auf eigene Kosten, von einem Adligen aus der Zips namens Arnold, Sohn des Ditrich, um eine Furt an der Straße nach Polen zu sichern. Sie bestand von Anfang an aus Stein, und ihr Kern war ein massiver Wohnturm von etwa 9 mal 8 Metern mit 3 Meter dicken Mauern auf dem höchsten Punkt des Hügels. Der Name soll sich vom slawischen Namen der Kumanen (slowakisch Plavci) ableiten, die ungarische Könige zur Grenzüberwachung eingeladen hatten. Die Burg wurde königliches Gut und 1317 von Karl I. dem Geschlecht Drugeth geschenkt.
Nach dem Aussterben der Drugeth übergab König Sigismund von Luxemburg die Burg 1366 dem Geschlecht Bebek, das um 1427 das gesamte Herrschaftsgebiet besaß. Im 15. Jahrhundert geriet die Festung in die Hussitenkriege: Zwischen 1449 und 1458 beherrschten sie böhmische Brüder unter ihrem Anführer Petr Aksamit. Nachdem diese vertrieben waren, ließen die Zápolya die Burg neu befestigen, und 1505 gelangte sie durch Kauf an das Geschlecht Horváth, das sich fortan nach dem Ort Horváth-Palocsay nannte. Im Aufstand Georgs I. Rákóczi stand die Burg auf der Seite der Aufständischen.
Im 16. Jahrhundert ließ die Familie die Burg im Renaissance-Stil umbauen, im 17. Jahrhundert folgte ein weiterer aufwendiger Umbau. Eine Beschreibung von 1644 nennt neben dem Turm einen Palast mit Repräsentationsflügel, Herrenhaus und Küche, eine Kapelle, einen alten Palast, zwei Basteien und ein Schlosserhaus, unterhalb des Hügels lag ein Gutshof. Das Ergebnis war eine bequeme Residenz, die die mittelalterliche Festung ersetzte. Das rettete die Burg 1715, als Kaiser Karl VI. den Abriss von Burgen anordnete: Die Besitzer überzeugten die Kommission, Plaveč sei ein Wohnsitz und keine Festung.
Der letzte Umbau von 1830 gab dem Wohnteil das Aussehen eines klassizistischen Schlosses, doch die großen Fensteröffnungen in den alten Mauern gefährdeten die Statik. Die Familie Palocsay zog in ein Herrenhaus, das sie bei Plaveč errichtet hatte. 1856 fiel die ganze Anlage einem Brand zum Opfer, und 1857 starb das Geschlecht aus. Die verlassene Burg verfiel langsam, und in den 1990er Jahren stürzten die Mauern des ehemaligen Palas ein, sodass nur kleine Teile des Wohnflügels und eine Bastion erhalten blieben. Seit 2014 wird die Burg saniert und teilweise wiederaufgebaut; im ersten Abschnitt wurde die südöstliche Wand instand gesetzt.
Wissenswertes über die Burg Plaveč
- Ihr Überleben 1715 verdankt die Burg einem klugen Argument: Sie wurde als Wohnsitz und nicht als Festung eingestuft und entging so dem kaiserlichen Befehl, alte Burgen zu zerstören.
- Der Name Plaveč soll vom slawischen Namen der Kumanen (Plavci) stammen, eines Volkes, das ungarische Könige im 11. und 12. Jahrhundert zur Grenzwache einluden.
- Die ursprüngliche Festung bestand aus einem einzigen massiven Turm von etwa 9 mal 8 Metern mit 3 Meter dicken Mauern auf dem höchsten Punkt des Hügels.
- Ironischerweise beschleunigten die kostspieligen Renaissance- und späteren Umbauten das Ende der Burg: Ein repräsentativer Palast mit großen Fenstern hielt dem Wetter nicht stand.
- In Plaveč findet seit 2013 ein Burgtag statt, eine Kulturveranstaltung für die Öffentlichkeit, die ein lokaler Verein organisiert.
- Neben der Ruine steht ein Mausoleum der früheren Besitzer mit einem gemauerten Kreuz.
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Die Burg Plaveč besuchen
- Die Ruine steht auf einem Hügel in etwa 549 m Höhe über dem rechten Poprad-Ufer; zwischen Fluss und Burgberg verläuft die Hauptstraße Nr. 77, von der ein Pfad hinaufführt.
- Erhalten sind heute die hohen Mauern des Wohnflügels, die südöstliche Wand mit einer runden Bastion und eine Geschützbastion an der Nordseite des ehemaligen Burgareals. Die Anlage wird saniert, daher können Teile abgesperrt sein oder sich verändern.
- Neben der Ruine befindet sich das Mausoleum der früheren Besitzer. Verhalten Sie sich dort ruhig, es ist eine Begräbnisstätte.
- Der Besuch lässt sich mit der Burg Ľubovňa (etwa 13 km) verbinden; die alten Städte der Zips auf dieser Seite liegen 30 km und mehr entfernt. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten und den Zustand der Anlage.
- Im Dorf Plaveč steht eine Kirche der heiligen Margareta, die auch unter den Fotos des Ortes erscheint.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Plaveč
Fotos: Burg Plaveč


Fragen
Wo liegt die Burg Plaveč und wie kommt man hin?
Die Ruine steht auf einem Hügel oberhalb des Dorfes Plaveč im Bezirk Stará Ľubovňa in der Nordostslowakei. Von der Hauptstraße Nr. 77 entlang des Poprad führt ein Pfad hinauf.
Wie alt ist die Burg Plaveč?
Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1294, als sie als Palocha genannt wurde. Sie wurde als Grenzburg zur Sicherung einer Furt an der Straße nach Polen gebaut.
Warum wurde die Burg Plaveč 1715 nicht abgerissen?
Nach dem Rákóczi-Aufstand ordnete der Kaiser den Abriss alter Burgen an. Die Besitzer überzeugten die Kommission, dass Plaveč inzwischen ein Wohnsitz und keine Festung war, und so wurde sie verschont.
Was geschah nach 1856 mit der Burg?
1856 beschädigte ein Brand die gesamte Anlage, und 1857 starb das Geschlecht Palocsay aus. Die Burg verfiel danach, bis in den 1990er Jahren die Mauern des alten Palas einstürzten.
Wird die Burg saniert?
Ja. Seit 2014 wird die Burg saniert und teilweise wiederaufgebaut. Im ersten Abschnitt wurde die südöstliche Wand instand gesetzt, der nächste sieht die Reparatur der angrenzenden Bastion vor.
Wem gehörte die Burg Plaveč?
Zu den Besitzern zählten die Drugeth ab 1317, die Bebek ab 1366, die Zápolya und ab 1505 die Horváth, später Horváth-Palocsay genannt, deren Linie 1857 ausstarb.
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