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Die gotische Michaelskirche in Košice
Kirche & KlosterOstslowakei und Zips

Michaelskirche in Košice: die gotische Kapelle neben dem Dom

Die Michaelskirche (slowakisch Kostol svätého Michala) steht südlich des Elisabethdoms an der Hlavná im Zentrum von Košice (Kaschau) in der Ostslowakei. Die Friedhofskapelle mit Beinhaus aus dem 14. Jahrhundert gehört zu den ältesten Bauten der Stadt und ist seit dem Ende einer langen Restaurierung 2006 offiziell eine Kirche. Sie lohnt einen kurzen Halt beim Altstadtbummel.

Eine winzige gotische Kapelle neben dem großen Dom von Košice entstand für die Gebeine der Toten, wurde mit der ersten Artillerie gegen die Stadt beschossen und war einst die Slowakische Kirche.

WoZentrum von Košice, südlich des Elisabethdoms, Ostslowakei
ArtGotische Friedhofskapelle mit Beinhaus, seit 2006 offiziell Kirche
Ideal fürGeschichts- und Architekturfreunde sowie alle, die beim Altstadtbummel gern kleine, stille Denkmäler entdecken
AnreiseMitten auf der verbreiterten Hlavná, im Park neben Dom und Urbanturm

Die Geschichte der Michaelskirche in Košice

Die Kapelle entstand im 14. Jahrhundert, die Quellen nennen etwa die Jahre 1340 bis 1380, auf dem städtischen Friedhof südlich der Pfarrkirche, aus der später der Elisabethdom wurde. Sie war als Friedhofskapelle gedacht: Im Untergeschoss lag ein Beinhaus für Gebeine, die beim Ausheben neuer Gräber zutage kamen, im Obergeschoss wurden Totenmessen und Gebete für die Verstorbenen gefeiert. Die Weihe an den Erzengel Michael passt dazu, denn er ist nach mittelalterlichem Glauben der Patron der Toten und wägt beim Jüngsten Gericht die Seelen. Nach der Dominikanerkirche gilt sie als zweitältestes erhaltenes Bauwerk von Košice. Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1452, als ein Ehepaar in seinem Testament einen Weinberg für ein ewiges Licht in der Kapelle vermachte.

Die folgenden Jahrhunderte waren bewegt. Im 15. Jahrhundert beschossen polnisch-litauische Truppen die Stadt, angeblich erstmals mit Artillerie; dabei wurden Kapelle und Dom beschädigt und das städtische Spital zerstört. 1508 kam der einschneidendste Umbau: Der königliche Kanzler Juraj Szatmáry, später Erzbischof von Esztergom, finanzierte ein zweites Schiff, das fast so groß war wie der ursprüngliche Bau und das Volumen beinahe verdoppelte. 1556 zog ein verheerender Großbrand durch Košice, und die Kapelle brannte wie viele andere Gebäude aus.

Die Reformation bestimmte dann ihr Schicksal. Nachdem Košice 1552 unter die Herrschaft des Königreichs Ungarn gekommen war, erhielten ungarischsprachige Gläubige die Kapelle, später ging sie an die Lutheraner. 1604 übergab sie Stephan Bocskai den slowakischsprachigen Lutheranern, und weil dort slowakisch gepredigt wurde, setzte sich der Name Slowakische Kirche durch. 1711 kehrte sie an die Katholiken zurück. Im 18. Jahrhundert endeten die Bestattungen rund um die Kapelle, da man Gräber in bis zu acht Schichten übereinander fand, und der Friedhof wurde zum Park. Eine Renovierung 1821 brachte einen neuen viereckigen Turm des Steinmetzes Gottfried Jenne.

Die sichtbarste Veränderung folgte in den Jahren 1902 bis 1904: Im Geist des gotischen Purismus rissen die Restauratoren das wuchtige Seitenschiff von 1508 wieder ab und gaben der Kapelle ihre schlanke mittelalterliche Gestalt zurück; geweiht wurde sie am 3. September 1904. Im 20. Jahrhundert war sie nur selten geöffnet, nach dem Zweiten Weltkrieg nur am Michaelstag. Die umfassende Rekonstruktion von 1998 bis 2006 legte große Flächen mittelalterlicher Ausmalung frei, brachte den Fénix-Preis für das am besten restaurierte Denkmal des Jahres 2006 ein und endete mit der Weihe am 22. Januar 2006, mit der die Kapelle offiziell zur Kirche wurde.

Wissenswertes über die Michaelskirche

  • Über der Tür zur Sakristei befindet sich ein Wappen von Košice aus dem Jahr 1369, das die englische Wikipedia als erstes Stadtwappen Europas bezeichnet.
  • Weil in den unruhigen Zeiten der Reformation auf Slowakisch gepredigt wurde, hieß die Kapelle Slowakische Kirche, auf Deutsch auch Windische Kirche.
  • Siebzehn alte Grabsteine aus dem 14. bis 17. Jahrhundert wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in die Außenmauern eingelassen, um sie vor der Zerstörung zu bewahren.
  • Der Beschuss durch polnisch-litauische Truppen im 15. Jahrhundert gilt als erster Einsatz von Artillerie gegen Košice.
  • Kleine, tief liegende Öffnungen in der Außenwand erlauben einen Blick in das Beinhaus unter der Kirche.
  • Ein Fresko des heiligen Ladislaus im Kampf mit einem kumanischen Anführer wurde bei einer Restaurierung im frühen 20. Jahrhundert angeblich überkalkt, was der Denkmalpfleger Viktor Myskovszky scharf kritisierte.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Die Michaelskirche in Košice besuchen

  • An der Fassade tritt der Erzengel Michael den Teufel nieder, flankiert von den Erzengeln Raphael und Gabriel; neben dem Portal stehen Statuen der Heiligen Petrus und Paulus.
  • Im Inneren fallen das spätgotische Sakramentshaus aus Stein mit einer kleinen Vir-Dolorum-Figur, die reich verzierten Sedilien am Altar, die Buntglasfenster mit Heiligen und die restaurierten mittelalterlichen Wandmalereien auf.
  • Das Gebäude ist klein und bietet Platz für etwa 100 Personen, der Besuch ist also kurz und lässt sich gut mit Dom und Urbanturm verbinden. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
  • In der Nähe finden Sie auf dieser Seite außerdem den Erzbischöflichen Palast, die Kirche Mariä Geburt und die Pestkapelle der heiligen Rosalia, etwa 2 km entfernt.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Michaelskirche in Košice

Fotos: Michaelskirche in Košice

Historische Postkarte von 1912 mit dem Park an der Hlavná-Straße und dem Dom in Košice
Historische Postkarte von 1912 mit der Michaelskapelle in Košice
Druck der Michaelskirche in Košice aus dem 19. Jahrhundert
Der Elisabethdom in Košice, neben dem die Kirche steht

Fragen

Wo steht die Michaelskirche in Košice?

Sie steht im Zentrum von Košice, unmittelbar südlich des Elisabethdoms, im Park in der Mitte der Hlavná, nahe dem Urbanturm.

Wie alt ist die Michaelskirche?

Sie wurde im 14. Jahrhundert als Friedhofskapelle gebaut, die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1452. Nach der Dominikanerkirche gilt sie als zweitältestes erhaltenes Bauwerk von Košice.

Ist es eine Kapelle oder eine Kirche?

Lange hieß sie Kapelle, doch nach dem Abschluss der Rekonstruktion 2006 wurde sie offiziell zur Kirche erklärt. Beide Bezeichnungen sind noch gebräuchlich.

Warum hieß sie Slowakische Kirche?

In den unruhigen Jahren von Reformation und Gegenreformation wurde hier auf Slowakisch gepredigt, daher der Name Slowakische Kirche.

Wozu diente das Beinhaus?

Im unteren Teil des Gebäudes wurden Gebeine aufbewahrt, die beim Ausheben neuer Gräber auf dem umliegenden Friedhof gefunden wurden. In der Kapelle feierte man Totenmessen für die Verstorbenen.

Welches Wappen befindet sich in der Kirche?

Über der Tür zur Sakristei ist ein Wappen von Košice aus dem Jahr 1369 angebracht, das die englische Wikipedia als erstes Stadtwappen Europas bezeichnet. Die deutsche Wikipedia nennt es die älteste Darstellung des Stadtwappens.

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