Urban-Turm: der Glockenturm von Košice neben dem Dom
Der Urban-Turm (slowakisch Urbanova veža) ist der frei stehende Glockenturm des St.-Elisabeth-Doms im historischen Zentrum von Košice (Kaschau) in der Ostslowakei. Er ist dem heiligen Urban, dem Schutzpatron der Winzer, geweiht und besitzt einen manieristischen Schaft, eine Barockhaube und einen Arkadengang mit alten Grabsteinen. Er ist ein einfacher, lohnender Stopp für alle, die Sehenswürdigkeiten in Kaschau abseits der Hauptstraße suchen.
Die große Urban-Glocke von Košice wurde 1557 gegossen, nachdem ein Stadtbrand ihre Vorgängerinnen geschmolzen hatte, und 1966 zerstörte sie ein weiteres Feuer. Heute steht sie wieder zusammengesetzt vor ihrem Turm.
Die Geschichte des Urban-Turms
Der Urban-Turm steht neben dem St.-Elisabeth-Dom im Herzen von Košice und entstand als dessen frei stehender Glockenturm. Über sein Alter sind sich die Quellen nicht einig. Ältere Darstellungen sprechen von einem gotischen Turm aus dem 14. Jahrhundert, die slowakische Wikipedia verlegt den Bau dagegen in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts, und eine denkmalpflegerische Untersuchung vor der Renovierung 2020 soll einen mittelalterlichen Ursprung ausgeschlossen haben. Sicher ist, dass 1556 ein großer Brand die Stadt heimsuchte, bei dem Dom und Turm ausbrannten und die Glocken schmolzen. 1557 goss der Glockengießer Franciscus Illenfeld aus Olmütz eine riesige neue Glocke, die nach dem Schutzpatron der Winzer Urban genannt und im Turm aufgehängt wurde.
1628 baute der Baumeister Martin Lindtner aus Prešov den Turm im manieristischen Stil um. Eine dreiteilige Marmortafel mit dem Stadtwappen über dem Eingang erinnert noch heute an diesen Umbau und nennt den damaligen Richter und die Geschworenen. 1775 erhielt das Pyramidendach eine barocke Zwiebelhaube mit dem Metallkreuz, das bis heute dort steht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekam der Turm einen kleinen Aufsatz im Empire-Stil, und um seinen Fuß drängten sich kleine Läden.
Diese Läden wurden 1911–1912 abgerissen und durch einen repräsentativen Arkadengang ersetzt. Er schützt Grabsteine aus dem Dom und von einem nahe gelegenen, aufgelassenen mittelalterlichen Friedhof, die in das Mauerwerk des Erdgeschosses eingelassen sind; mehrere Quellen zählen 36 davon. Der Arkadengang wurde auch in den Kriegsjahren 1943–1944 weitergebaut. 1970 wurden der Turm, der Dom und die Michaelskapelle gemeinsam zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.
1966 brach erneut ein Feuer aus, das das Dach und die Urban-Glocke zerstörte; von 1967 bis 1971 wurde der Turm in der heutigen Form wiederhergestellt. 1977 richtete das Ostslowakische Museum hier eine Ausstellung zum künstlerischen Metallguss ein. Nach der Restitution fiel der Turm 1994 an seinen ursprünglichen Eigentümer, die Kirche, zurück, die die Räume vermietet: zuerst als Bar, ab 2004 als Wachsfigurenmuseum mit Gestalten aus der Geschichte von Košice, das später schloss. Die alte Glocke, aus Bruchstücken zusammengesetzt, ist seit 1989 vor dem Turm ausgestellt, eine funktionsfähige Kopie, 1996 als Geschenk an die Stadt von Arbeitern der Ostslowakischen Eisenwerke gegossen, hängt wieder im Turm. Die für 2020–2021 geplante Erneuerung, die die gemeinnützige Organisation Perly Gotickej cesty betreute und die aus EU-Mitteln und dem Haushalt der Region finanziert wurde, gab dem Turm eine neue weiße Fassade.
Wissenswertes über den Urban-Turm
- Die Inschrift der Originalglocke zitiert lateinisch das Buch Jesaja (40,6–8): Alles Fleisch ist Gras, und all seine Pracht ist wie die Blume des Feldes, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit. Einige Buchstaben sind abgerieben, der Text ist daher nicht vollständig lesbar.
- Die Glocke von 1557 überstand den Brand von 1966 nicht; sie wurde aus Bruchstücken zusammengesetzt und steht seit 1989 vor dem Turm, während eine Kopie im Inneren läutet.
- In die Erdgeschossmauern des Turms sind Grabsteine aus dem Dom und von einem alten mittelalterlichen Friedhof eingelassen, die der Arkadengang von 1911–1912 schützt.
- Zu Beginn des 19. Jahrhunderts drängten sich kleine Läden am Fuß des Turms, bis der Arkadengang sie ersetzte.
- Ab 2004 beherbergte der Turm ein Wachsfigurenmuseum mit Persönlichkeiten aus der Geschichte von Košice, eine ungewöhnliche Nutzung für einen Domglockenturm.
- Eine denkmalpflegerische Untersuchung vor der Renovierung 2020 soll die lange wiederholte Annahme eines mittelalterlichen Ursprungs des Turms widerlegt haben.
Touren in der Nähe: Urban-Turm
Erlebnisse in der Umgebung, die Sie online über Viator buchen können:

Ganztägige Tokaj Wein- und Kellertour ab Kosice
Details ansehen ›
Entdecken Sie Kosice zu Fuß mit Kathedrale Stop
Details ansehen ›
Besichtigung von Košice: Herz der europäischen Kultur und Geschichte! 3€ + Trinkgeld
Details ansehen ›
Die Tour zum jüdischen Kulturerbe der Ostslowakei
Details ansehen ›Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.
Den Urban-Turm besuchen
- Der Turm steht direkt neben dem St.-Elisabeth-Dom; die Michaelskapelle ist nah, und alle drei Bauten wurden gemeinsam zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.
- Achten Sie auf die Marmortafel mit dem Stadtwappen über dem Eingang, den Arkadengang mit den alten Grabsteinen und die originale Urban-Glocke vor dem Turm.
- Der Turm diente schon als Ausstellungsraum und Wachsfigurenmuseum, wird in den Quellen aber zeitweise als leer beschrieben; prüfen Sie daher vor Ort, ob das Innere zugänglich ist.
- In der Umgebung finden Sie auf dieser Seite außerdem die Michaelskapelle, den Erzbischöflichen Palast, die Kirche Mariä Geburt und die Pestkapelle der heiligen Rosalia.
- Košice eignet sich gut für Spaziergänge, und der Turm lässt sich leicht mit dem Dom und der Altstadt zu einem Rundgang verbinden.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Urban-Turm
Fragen
Was ist der Urban-Turm in Košice?
Der Urban-Turm ist der frei stehende Glockenturm des St.-Elisabeth-Doms in Košice. Er ist nach dem heiligen Urban, dem Schutzpatron der Winzer, benannt, dem seine große Glocke geweiht war.
Wie alt ist der Urban-Turm?
Die Quellen widersprechen sich: ältere Texte nennen einen gotischen Turm des 14. Jahrhunderts, die slowakische Wikipedia datiert ihn in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts. Eine Untersuchung vor 2020 soll einen mittelalterlichen Ursprung widerlegt haben.
Was geschah mit der Urban-Glocke?
Die 1557 gegossene Glocke wurde 1966 durch ein Feuer zerstört. Sie wurde aus den Bruchstücken zusammengesetzt und ist seit 1989 vor dem Turm ausgestellt; eine funktionsfähige Kopie von 1996 hängt im Inneren.
Warum sind Grabsteine in den Mauern?
Alte Grabsteine aus dem Dom und von einem nahen aufgelassenen mittelalterlichen Friedhof sind in das Mauerwerk des Erdgeschosses eingelassen. Der Arkadengang von 1911–1912 entstand auch zu ihrem Schutz.
Kann man den Urban-Turm betreten?
Der Turm beherbergte schon eine Bar, eine Ausstellung zum Metallguss und ein Wachsfigurenmuseum, wird in den Quellen aber zeitweise als leer beschrieben. Prüfen Sie vor dem Besuch, ob er zugänglich ist.
Was gibt es sonst in der Nähe des Urban-Turms?
Direkt daneben stehen der St.-Elisabeth-Dom und die Michaelskapelle, nicht weit entfernt liegen der Erzbischöfliche Palast und die Kirche Mariä Geburt.
Auch in der Nähe
Erzbischöflicher Palast in Košice
Košice · Rokoko-Palais, in dem einst ein Kaiser wohnte
50 m entfernt
Michaelskirche in Košice
Košice · gotische Friedhofskapelle mit mittelalterlichem Beinhaus
100 m entfernt
Kirche der Geburt der Heiligen Jungfrau Maria
Košice · neoromanische Kathedrale, die einst den Gläubigen genommen wurde
350 m entfernt
Pestkapelle der heiligen Rosalia
Košice · achteckige Barockkapelle, errichtet nach der Pest
2,5 km entfernt