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Die Pestkapelle der heiligen Rosalia auf dem Rosalia-Friedhof in Košice
Kirche & KlosterOstslowakei und Zips

Pestkapelle der heiligen Rosalia: Barockes Gelübde in Košice

Die Pestkapelle der heiligen Rosalia (slowakisch Morová kaplnka sv. Rozálie) steht auf dem Rosalia-Friedhof im Stadtteil Košice-Sever am Fuß des Hügels Červený breh. Die kleine achteckige Barockkapelle von 1714–1715 erinnert an eine Pestepidemie und ist ein stiller Abstecher abseits der belebten Altstadt der größten Stadt der Ostslowakei.

Als die Pest Anfang des 18. Jahrhunderts Košice heimsuchte, antwortete die Stadt mit einer Kapelle für die heilige Rosalia, Schutzpatronin gegen Seuchen. 2020 kam in der Covid-Zeit eine Reliquie hinzu.

WoRosalia-Friedhof, Stadtteil Košice-Sever, Košice, Ostslowakei
ArtBarocke Friedhofskapelle auf achteckigem Grundriss, als Pestdenkmal erbaut
Ideal fürLiebhaber des Barock, ruhige Ecken der Stadt und Friedhofskultur
AnreiseEtwa 2 km von weiteren Košicer Denkmälern auf dieser Seite entfernt, etwa dem Urbanturm oder dem Erzbischöflichen Palais

Die Geschichte der Pestkapelle der heiligen Rosalia

Im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts wurde Košice von einer schweren Pestepidemie getroffen. Die Quellen nennen leicht abweichende Jahre, ungefähr zwischen 1707 und 1711, und die polnische Wikipedia fügt hinzu, dass etwa die Hälfte der Einwohner starb. Schon 1710 beschloss der Stadtrat, zum Gedenken an die Opfer eine Kapelle zu errichten. Als Patronin wählte man die heilige Rosalia, eine Einsiedlerheilige, die der Überlieferung nach aus einer Fürstenfamilie stammte und als Schutzpatronin gegen die Pest verehrt wird. Die polnische Quelle nennt die Jesuiten als Initiatoren.

Der Bau begann am 18. Juni 1714 am Fuß des Hügels Červený breh, neben dem Friedhof. Die Arbeiten leitete der Zunftmeister Tamás Tornyossy, als weiterer Urheber wird J. Goresch genannt, und die Innenausstattung übernahmen der Bildhauer Ján Ernest Widman und Hans Gönnerth. 1715 wurde die Kapelle geweiht. Einige Jahre später, 1730, kam eine dem heiligen Ladislaus geweihte Einsiedelei für die Brüder hinzu, die sich um Kapelle und Gelände kümmerten. 1762 verlieh Papst Clemens XIII. der Kapelle Ablässe, und Bischof Károly Esterházy legte als Wallfahrtstag das Fest der heiligen Rosalia am 4. September oder den folgenden Sonntag fest.

Die älteste Erwähnung von Bestattungen rund um die Kapelle stammt vom 6. Oktober 1764. 1765 wurden das Dach repariert, die Wände neu gestrichen und zwei Glocken geweiht. 1807 übernahm das Militär das Gebäude und nutzte es als Pulvermagazin, dann als Feldlazarett und als Getreidespeicher, bis es 1819 an die Stadt zurückging und erneut geweiht wurde. 1820 folgte eine Instandsetzung. Ein umfassender Umbau erfolgte 1898 nach dem Entwurf von Ján Balogh, der den Turm neu errichtete, ein neues Treppenhaus anlegte und eine Heilig-Grab-Kapelle schuf, die heute der Muttergottes von Lourdes geweiht ist. Auch das Innere wurde erneuert und ergänzt.

1916 wurde eine der Turmglocken für Kriegszwecke eingeschmolzen. Um die Kapelle kümmerten sich zunächst Einsiedler, später nahmen sich wohlhabendere Familien aus Košice ihrer an und wählten den umliegenden Friedhof als Begräbnisstätte. Heute dient die Kapelle vor allem für Trauerfeiern, und an Allerheiligen wird dort eine Gedenkmesse für die Verstorbenen gehalten. Am 6. September 2020 wurde während der Covid-19-Pandemie eine Reliquie der heiligen Rosalia in der Kapelle aufgestellt, ein modernes Echo des Anlasses, für den sie einst gebaut wurde.

Wissenswertes über die Rosalia-Kapelle in Košice

  • Die Kapelle ist ein Gelübdebau: Der Stadtrat beschloss sie schon 1710, als die Epidemie noch frisch in Erinnerung war, die Bauarbeiten begannen 1714.
  • Die heilige Rosalia wird meist schlafend in einer Höhle zwischen blühenden Rosen dargestellt. Hier liegt eine barocke Figur der ruhenden Heiligen in einer verglasten Nische im Altartisch.
  • Das Deckengemälde zeigt Gott, der die Erde beschützt, und an den Wänden sind noch Reste der ursprünglichen Bemalung vom Anfang des 18. Jahrhunderts zu sehen.
  • Neben dem Altar stehen Figuren der heiligen Rochus und Sebastian, traditioneller Pestpatrone, und eine sitzende Gestalt in einer Baumhöhle soll den Einsiedler von Zobor darstellen.
  • Eine Zeit lang diente das Gebäude dem Militär: 1807 wurde es zum Pulvermagazin, dann zum Feldlazarett und Getreidespeicher, bevor es 1819 an die Stadt zurückkam.
  • Die Kapelle ist von einem Friedhof von rund drei Hektar mit etwa zweitausend Grabsteinen umgeben, viele davon historisch.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Die Rosalia-Kapelle in Košice besuchen

  • Die Kapelle ist ein kompaktes Achteck mit einem niedrigen zweigeschossigen Turm an der Westseite; im Erdgeschoss des Turms liegt die Eingangshalle, im Obergeschoss die Empore. Den Turm krönt eine Zwiebelhaube.
  • Im Inneren sehenswert sind der Hauptaltar mit der Madonna, die liegende Figur der heiligen Rosalia in der verglasten Nische, die Heiligen Rochus und Sebastian sowie das Deckengemälde von Gott, der die Erde beschützt.
  • Die Kapelle steht auf einem bestehenden Friedhof, deshalb gilt: ruhig und respektvoll sein, besonders bei Beerdigungen und rund um Allerheiligen. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
  • Den Besuch können Sie mit weiteren Denkmälern in Košice auf dieser Seite verbinden, etwa dem Urbanturm, der Michaelskapelle, dem Erzbischöflichen Palais und der Kirche Mariä Geburt, alle etwa 2 km entfernt.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Pestkapelle der heiligen Rosalia

Fotos: Pestkapelle der heiligen Rosalia

Die barocke achteckige Rosalia-Kapelle in Košice, Ansicht a
Die Rosalia-Kapelle in Košice, Ansicht b
Die Rosalia-Kapelle in Košice, Ansicht c
Die Rosalia-Kapelle mit ihrem niedrigen Westturm in Košice

Fragen

Wo liegt die Pestkapelle der heiligen Rosalia?

Sie steht auf dem Rosalia-Friedhof im Stadtteil Košice-Sever, am Fuß des Hügels Červený breh.

Warum wurde die Pestkapelle der heiligen Rosalia gebaut?

Sie entstand 1714–1715 als Denkmal für die Opfer einer Pestepidemie, die Košice Anfang des 18. Jahrhunderts traf. Rosalia wurde als Patronin gewählt, weil sie gegen die Pest angerufen wird.

Wie sieht die Kapelle aus?

Es ist eine Barockkapelle auf regelmäßig achteckigem Grundriss mit niedrigem Westturm, in dem Eingang und Empore liegen. Innen gibt es einen Hauptaltar, eine liegende Figur der heiligen Rosalia und ein Deckengemälde von Gott, der die Erde beschützt.

Wer war die heilige Rosalia?

Die heilige Rosalia war eine Einsiedlerin, die eine wohlhabende Familie verließ und in Einsamkeit lebte; den Quellen zufolge starb sie am 4. September 1166. Sie wird als Schutzpatronin gegen die Pest verehrt.

Wird die Kapelle noch genutzt?

Ja. Sie dient vor allem für Trauerfeiern, und an Allerheiligen wird eine Gedenkmesse für die Verstorbenen gehalten. Im 18. Jahrhundert wurde zudem ein Wallfahrtstag am Fest der heiligen Rosalia, dem 4. September oder dem folgenden Sonntag, festgelegt.

Wer hat die Kapelle 1898 umgebaut?

Den Umbau von 1898 leitete Ján Balogh. Der Turm wurde neu errichtet, ein neues Treppenhaus angelegt und das Innere erneuert und ergänzt.

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