Hidden Slovakia
ENSKDEPLHU
Fassade des Erzbischöflichen Sommerpalais in Bratislava
Palast & ModernBratislava und Westslowakei

Erzbischöfliches Sommerpalais: barocke Residenz in Bratislava

Das Erzbischöfliche Sommerpalais (Letný arcibiskupský palác) steht an der Westseite des Freiheitsplatzes, nördlich der Altstadt von Bratislava. Es wurde als Sommersitz der Erzbischöfe von Gran errichtet und erhielt in den 1760er Jahren seine barocke Gestalt. Es zählt zu den weniger bekannten historischen Residenzen der Hauptstadt und lohnt einen Abstecher abseits der üblichen Wege.

Erzbischöfe ließen hier im Gartenbecken ihre Pferde baden und lauschten einer Orgel, die mit Wasser spielte. Heute sitzt die slowakische Regierung im Palais, und es öffnet nur selten.

WoNámestie slobody (Freiheitsplatz), nördlich der Altstadt von Bratislava
ArtBarockes Palais mit englischem Park; ehemaliger Sommersitz der Erzbischöfe, heute Regierungsgebäude
Ideal fürArchitektur- und Geschichtsfreunde sowie Spaziergänger im historischen Zentrum von Bratislava
AnreiseIn der Nähe des Palais Grassalkovich, an der Westseite des Freiheitsplatzes, zu Fuß von der Altstadt erreichbar

Die Geschichte des Erzbischöflichen Sommerpalais

Das Palais verdankt seine Entstehung dem osmanischen Vormarsch. Nachdem die Türken 1541 Buda und 1543 Gran (Esztergom) erobert hatten, konnten die Erzbischöfe von Gran, die ranghöchsten kirchlichen Würdenträger Ungarns, nicht mehr in ihrem Bischofssitz residieren. Pressburg, das heutige Bratislava, war Hauptstadt des Königreichs Ungarn geworden, und die Erzbischöfe ließen sich dort nieder. Ihre Stadtresidenz befand sich in einem alten gotischen Gebäude an der Stelle des heutigen Primatialpalais, doch trotz vieler Umbauten bot es nie den gewohnten Komfort. Zugleich begann der Adel, den fremden Brauch nachzuahmen, Sommerhäuser auf dem Land zu errichten.

Das Grundstück für den späteren Sommersitz lag unmittelbar hinter dem zweiten Verteidigungsring der Stadt und galt damals als Land. Erzbischof Ferenc Forgách, der das Amt von 1607 bis 1615 innehatte, erwarb es zu Beginn des 17. Jahrhunderts und ließ einen Garten anlegen. Die erste Sommerresidenz entstand wohl 1614, als dreiflügeliger Renaissancebau. Unter Erzbischof György Lippay (1642–1666) wurde der Garten zu einer Renaissanceanlage mit exotischen Pflanzen und Bäumen, mit Brunnen, die aus Bergquellen gespeist wurden, mit künstlichen Grotten und einem großen Becken, in dem Pferde gebadet wurden. Das Meisterstück war ein Gartenpavillon mit Mosaikwänden, in dem Wasserströme ein orgelähnliches Instrument zum Klingen brachten. Lippay ließ auch ein neues Wohngebäude errichten. Weder der Pavillon noch der Garten dieser Zeit sind erhalten. Erzbischof Imre Esterházy (1725–1751) ließ die Anlage später im Barockstil umgestalten.

Die heutige Gestalt des Palais geht auf Erzbischof Ferenc Barkóczy (1761–1776) zurück. Zwischen 1761 und 1765 ließ er den österreichischen Architekten Franz Anton Hillebrandt das Gebäude Lippays in ein großes Barockpalais mit Rokoko-Dekorationen, einem Rokoko-Zaun und einem Ehrenhof umbauen. Im Garten hatte fast zehn Jahre lang der Bildhauer Georg Raphael Donner seine Werkstatt.

Im 19. Jahrhundert verlegten die Erzbischöfe ihren Sitz zurück nach Gran, und das Palais verlor seine Aufgabe. Nach den Napoleonischen Kriegen blieb eine starke Garnison in der Stadt, das Gebäude wurde zum Militärspital, und der Garten diente als Exerzierplatz. Viele Statuen wurden verkauft, eine Außentreppe vom Garten zum Saal im ersten Stock wurde abgerissen, und der Saal wurde in zwei Krankenzimmer geteilt. Nach den deutschen Quellen diente das Haus von 1859 bis 1939 als Krankenhaus.

1939 brauchte der neu geschaffene Slowakische Staat Verwaltungsgebäude und wählte das Palais für das Außenministerium. Der slowakische Architekt Emil Belluš entfernte 1940–1941 alle Gebäude im Garten und fügte die beiden Seitenflügel hinzu, womit das Palais seine heutige Form erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es der Regierung der Slowakischen Sozialistischen Republik, und seit den 1990er Jahren ist das renovierte Palais mit englischem Park Sitz der slowakischen Regierung.

Kurioses zum Erzbischöflichen Sommerpalais

  • Im 17. Jahrhundert besaß der Garten einen Pavillon mit Mosaikwänden, in dem fließendes Wasser ein orgelähnliches Instrument spielte.
  • Zum Garten von Erzbischof Lippay gehörten künstliche Grotten und ein großes Becken, in dem Pferde gebadet wurden.
  • Der Barockbildhauer Georg Raphael Donner hatte fast zehn Jahre lang seine Werkstatt im Palaisgarten.
  • Von den vielen Gartenstatuen steht die Johannesfigur heute im Hof des Primatialpalais, die Atlanten befinden sich im Ort Kittsee.
  • Im Inneren des Palais sind nur zwei Originalstücke erhalten: ein Deckenfresko in der Kapelle aus dem 18. Jahrhundert und ein Altar.
  • Beim Kauf des Grundstücks Anfang des 17. Jahrhunderts lag es noch auf dem Land, gleich hinter dem zweiten Verteidigungsring der Stadt.

Touren in der Nähe: Erzbischöfliches Sommerpalais

Erlebnisse in der Umgebung, die Sie online über Viator buchen können:

Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Das Erzbischöfliche Sommerpalais besichtigen

  • Im Palais hat das Regierungsamt seinen Sitz, deshalb sind Gebäude und Garten normalerweise nicht öffentlich zugänglich. Die Fassade lässt sich vom Freiheitsplatz aus betrachten.
  • Zugang gab es bisher meist nur an einem Tag im Jahr im Rahmen der Tage der offenen Tür, mit Führungen von wenigen Stunden. Gezeigt wurden unter anderem der Spiegelsaal, der Gelbe, der Grüne und der Rosa Salon sowie die Kapelle. Prüfen Sie vorab, ob Führungen geplant sind.
  • Politiker und Medien sind häufig vor Ort, besonders an Tagen mit Regierungssitzung, daher kann es vor dem Palais lebhaft zugehen.
  • Im Umkreis von etwa einem Kilometer liegen weitere Orte dieser Seite: das Palais Aspremont, die Elisabethkirche, die Klarissenkirche und das Palais Esterházy.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Erzbischöfliches Sommerpalais

Fotos: Erzbischöfliches Sommerpalais

Das Erzbischöfliche Sommerpalais von der Straße aus gesehen
Barocke Front des Erzbischöflichen Sommerpalais
Das Palais am Freiheitsplatz in Bratislava
Statue des heiligen Georg mit dem Drachen vor dem Regierungsamt
Das Gebäude des Regierungsamts in Bratislava

Fragen

Wo liegt das Erzbischöfliche Sommerpalais in Bratislava?

Es steht an der Westseite des Freiheitsplatzes, nördlich der Altstadt und nahe dem Palais Grassalkovich.

Kann man das Erzbischöfliche Sommerpalais besichtigen?

Normalerweise nicht, da es ein Regierungsgebäude ist. In der Vergangenheit öffnete es an einem Tag im Jahr für wenige Stunden im Rahmen der Tage der offenen Tür, mit Führungen.

Wer ließ das Erzbischöfliche Sommerpalais errichten?

Die erste Sommerresidenz entstand um 1614 für Erzbischof Ferenc Forgách. Das heutige Barockpalais ist das Werk des Architekten Franz Anton Hillebrandt, der es 1761–1765 für Erzbischof Ferenc Barkóczy umbaute.

Wofür wird das Palais heute genutzt?

Es ist Sitz des slowakischen Regierungsamts. Zuvor diente es als Militärspital und ab 1939 als Ministeriumsgebäude.

Was ist aus dem Palaisgarten geworden?

Die Renaissance- und Barockgärten mit Brunnen, Grotten und Statuen sind verschwunden. Die meisten Statuen gingen im 19. Jahrhundert verloren, heute ist das Gelände ein englischer Park.

Warum lebten die Erzbischöfe von Gran in Bratislava?

Gran wurde 1543 von den Osmanen erobert, daher zogen die Erzbischöfe nach Pressburg, wie Bratislava damals hieß, die Hauptstadt des Königreichs Ungarn.

Auch in der Nähe