Burg Zborov: die Burgruine auf dem Hügel Makovica
Die Burg Zborov (slowakisch Zborovský hrad, auch Makovica genannt) ist die Ruine einer gotischen Höhenburg mit Renaissance- und Barockumbauten auf einem Hügel oberhalb des Dorfes Zborov im Kreis Bardejov, in der historischen Region Šariš in der Ostslowakei. Sie sicherte einen Handelsweg nach Polen, gehörte den Rákóczis und ist ein lohnendes Ausflugsziel nahe der Straße.
Der Sage nach trugen Teufel die Burgsteine nachts von einem höheren Berg herab, und einer von ihnen wurde in den höchsten Turm eingemauert, wo man seine Hörner noch sehen soll.
Die Geschichte der Burg Zborov
Die Burg Zborov entstand vermutlich als königliche Grenzburg, die den uralten Handelsweg von Ungarn nach Polen sicherte. Wann genau, ist nicht gesichert. Manche Autoren setzen die Gründung ans Ende des 13., andere an den Anfang des 14. Jahrhunderts, und eine örtliche Sage schreibt den Bau einem Vasallen König Belas IV. namens Makó nach dem Mongolensturm zu. Die erste sichere Erwähnung ist eine Urkunde König Ludwigs I. vom 26. April 1347. Ein Dokument von 1355 nennt bereits das Dorf Zborov mit Kapelle und Mühle. Anfangs war die Burg klein: ein Wohnpalast, eine Kapelle und ein viereckiger Bergfried, verbunden durch eine Ringmauer um einen dreieckigen Hof.
Im Mittelalter war die Burg Sitz der Herrschaft Makovica. 1364 erhielt Peter Cudar von Ónod sie als königliche Schenkung, und unter der Familie Cudar wuchs die Herrschaft zu einem der größten feudalen Besitztümer im nördlichen Šariš mit mehr als hundert Siedlungen. Wahrscheinlich in dieser Zeit erhielt die Burg einen zweiten Hof und mindestens zwei halbrunde Türme. Die folgenden Jahrzehnte waren unruhig. In den 1440er-Jahren hielten die Hussiten Jan Jiskras die Burg einige Jahre, und polnische Heere zogen 1471 sowie 1491–92 durch die Herrschaft. Nach dem Aussterben der Cudars 1470 fiel die Burg an die Rozgonyis und ab 1522 an die Tarczays.
Ab 1548 gehörte die Burg Gáspár Serédy, der sie gegen die wachsende osmanische Gefahr verstärkte und nach englischen Quellen italienische Meister moderner Befestigungsbaukunst heranzog. Die Burg wurde im Renaissancestil mit neuen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und hohen Mauern umgebaut. Durch Heirat kam sie später an den polnischen Magnaten Janusz Ostrogski, der sie 1601 an Zsigmond Rákóczi verkaufte. Im November 1619 belagerten die polnischen Söldner der Lisowczycy Georg I. Rákóczi in der Burg, konnten sie aber nicht einnehmen. Im März 1666 wurde in Zborov die Hochzeit von Franz I. Rákóczi und Ilona Zrínyi gefeiert.
Ilona Zrínyi heiratete später Imre Thököly, und die Burg wurde zu einer Stütze des Aufstandes gegen die Habsburger. Im Herbst 1684 eroberten kaiserliche Truppen unter General Schultz die Burg und zerstörten sie. Ein Inventar von 1704 erwähnt sie noch, doch seit mehr als drei Jahrhunderten ist sie eine Ruine. 1914 beschädigten heftige Kämpfe zwischen russischen und österreichisch-ungarischen Truppen sie weiter. Erhalten sind Teile der Mauern, und einige Türme und Palastbauten ragen bis zu vier Geschosse hoch. Seit etwa 2010 kümmert sich ein örtlicher Verein um den Schutz der Ruine, und der Hügel ist seit 1950 Naturschutzgebiet.
Wissenswertes zur Burg Zborov
- Einer örtlichen Sage nach sollte die Burg auf dem höheren Berg Hradske stehen, doch die dort aufgeschichteten Steine wanderten über Nacht auf den niedrigeren Hügel, wo sie heute steht.
- Der Sage nach lag auf Hradske ein Tor zur Hölle, und Teufel bewegten die Steine, damit das Tor nicht zugebaut wurde.
- Dieselbe Erzählung berichtet, der verantwortliche Teufel sei gefangen und in den höchsten Turm der Burg eingemauert worden, wo man seine Hörner noch sehen können soll. Eine nüchterne Version besagt, Arbeiter hätten die Steine heimlich auf einen leichter zu besteigenden Hügel gebracht und danach Spukgeschichten verbreitet.
- 1666 wurde in Zborov die Hochzeit von Franz I. Rákóczi und Ilona Zrínyi gefeiert. Ilona heiratete später Imre Thököly, wodurch die Burg zu einer Stütze des Aufstandes gegen die Habsburger wurde.
- 1619 belagerten polnische Söldner, die Lisowczycy, Georg I. Rákóczi in der Burg, zogen aber ab, ohne sie einzunehmen.
- Der Burghügel steht seit 1950 als Naturschutzgebiet Zborovský hradný vrch unter Schutz, und Freiwillige haben die Bäume im Umkreis von 20 Metern um die äußere Mauer gefällt, damit die Wurzeln die Fundamente nicht untergraben.
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Die Burg Zborov besuchen
- Von der Hauptstraße Bardejov–Zborov biegt man direkt hinter dem Ortsschild rechts ab. Von der Brücke aus sind es 10 bis 15 Minuten Fußweg bergauf zur Burg. Ein weiterer Zugang beginnt in Dlhá Lúka, einem nördlichen Stadtteil von Bardejov.
- Oben liegt ein Knotenpunkt von Wanderwegen. Ein gelb markierter Weg verläuft zwischen Bardejovské Kúpele und Dlhá Lúka, und eine rot markierte Verbindung führt zum Fernwanderweg Cesta hrdinov SNP am Sedlo pod Hradským.
- Von Bardejovské Kúpele führt ein Lehrpfad mit Tafeln zur Burg, die letzte Tafel ist der Geschichte der Burg gewidmet.
- Erhalten sind Teile der Mauern sowie einige Türme und Palastbauten, stellenweise bis zu vier Geschosse hoch. Da Freiwillige die Ruine instand halten, prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor dem Besuch.
- In der Nähe, etwa 7 km entfernt, liegt in diesem Reiseführer die Ägidiusbasilika in Bardejov.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Zborov
Fotos: Burg Zborov

Fragen
Wo liegt die Burg Zborov und wie kommt man hin?
Die Burg Zborov steht auf dem Hügel Makovica oberhalb des Dorfes Zborov im Kreis Bardejov in der Ostslowakei. Von der Straße Bardejov–Zborov sind es 10 bis 15 Minuten Fußweg bergauf, oder man wandert ab Dlhá Lúka.
Warum heißt die Burg Zborov auch Makovica?
Makovica ist der Name des Hügels, auf dem die Burg steht, und die mittelalterliche Herrschaft darum hieß Herrschaft Makovica. Beide Namen werden für die Burg verwendet.
Wann wurde die Burg Zborov erbaut?
Das genaue Datum ist unsicher: Die Quellen setzen es zwischen das Ende des 13. und den Anfang des 14. Jahrhunderts. Erstmals erwähnt wird sie in einer Urkunde König Ludwigs I. von 1347.
Was geschah mit der Burg Zborov?
Kaiserliche Truppen eroberten und zerstörten sie im Herbst 1684 nach dem Thököly-Aufstand. 1914 wurde sie bei Kämpfen erneut beschädigt und ist seither eine Ruine.
Welche Sage gehört zur Burg Zborov?
Die Sage erzählt, Teufel hätten nachts die Bausteine vom höheren Berg Hradske auf den niedrigeren getragen, und ein Teufel sei in den höchsten Turm eingemauert worden. Eine nüchterne Version sagt, müde Arbeiter hätten die Steine selbst verlegt.
Wem gehörte die Burg Zborov?
Zu den Besitzern zählten ab 1364 die Cudars, dann die Rozgonyis und Tarczays, Gáspár Serédy und seine Erben und ab 1601 die Rákóczis.
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