Burg Scharosch: königliche Ruine, die einer Region den Namen gab
Burg Scharosch (slowakisch Šarišský hrad) ist die Ruine einer gotischen und Renaissance-Höhenburg auf einem 570 Meter hohen Berg über dem Städtchen Veľký Šariš, einige Kilometer nordwestlich von Prešov in der Ostslowakei. Sie gehört zu den ältesten und größten Burgen des Landes, mit mächtigem Bergfried, einem Kranz von Bastionen und Aussicht bis zur Hohen Tatra, ein lohnendes Ziel unter den Sehenswürdigkeiten bei Prešov.
Ein kegelförmiger Berg über dem Tal der Torysa ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, und seine Königsburg war so bedeutend, dass ein ganzes Komitat und eine Landschaft, Šariš, nach ihr benannt wurden.
Die Geschichte der Burg Scharosch
Der kegelförmige Andesitberg über Veľký Šariš zog schon lange vor dem Bau einer Burg Siedler an. Archäologen fanden hier Spuren aus der Jungsteinzeit, der späten Steinzeit und der Bronzezeit (13. bis 11. Jahrhundert v. Chr.), dann wieder aus der Zeit um Christi Geburt bis ins 4. Jahrhundert und noch einmal aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. Die steinerne Burg entstand im 13. Jahrhundert, kurz nach dem Mongoleneinfall von 1241, als König Béla IV. ein Burgenbauprogramm anordnete. 1245 wird sie erstmals als castrum Sarus erwähnt. Sie schützte einen Handelsweg im Tal der Torysa und war von Anfang an königlich, eine Residenz der Könige während ihrer Aufenthalte in Šariš. Als in den 1340er Jahren das Komitat Sáros entstand, wurde die Burg Sitz der Gespane, und das Komitat wie die Landschaft erhielten von ihr ihren Namen.
Anfang des 14. Jahrhunderts bemächtigte sich das Geschlecht Aba (Omodej), Gegner König Karl Roberts, der Burg, erweiterte sie um Wohn- und Wirtschaftsbauten und verstärkte die Befestigung. Ihr Hauptmann Demeter soll die umliegenden Städte und königstreuen Adligen terrorisiert haben. Nach der Schlacht von Rozhanovce 1312 fiel die Burg an die Krone zurück. 1436 wurde sie an die Familie Perényi verpfändet, die sie später als dauerhafte Schenkung erhielt. Von 1441 bis 1460 war die Burg von Johann Giskra und seinen Hauptleuten besetzt; nach einer gescheiterten Belagerung gewann König Matthias Corvinus sie durch Verhandlungen zurück und gab sie den Perényi, die sie erneut erweiterten und mit einer neuen Burgmauer umgaben.
Nach der Schlacht von Mohács 1526 stellten sich die Perényi im Kampf um den ungarischen Thron auf die Seite Johann Zápolyas und besetzten im Dezember 1536 Kaschau. Ein kaiserliches Heer nahm Scharosch 1537 ein, und die Provinzbehörden zogen vom königlichen Haus in Kaschau hierher. Die Furcht vor osmanischen Einfällen führte zu einer verstärkten Verteidigung, und die Habsburger bauten die Burg zu einer mächtigen Festung mit ständiger Garnison von etwa 200 Fußsoldaten und beachtlichem Arsenal aus. Von 1538 bis 1556 verwaltete der Humanist Georg Wernher die Burg und ließ sie instand setzen. Scharosch wurde zum Zentrum des habsburgischen Teils der Region von der Tatra bis zur Theiß.
1642 erwarben die Rákóczi die Burg und wohnten in einem prächtigen Herrenhaus in der Siedlung unterhalb. 1660 explodierte ein Pulvermagazin und beschädigte die ganze Anlage schwer; danach diente sie nur noch der Unterbringung von Soldaten, 1687 brannte sie nieder und wurde nicht wieder aufgebaut. Nach dem Tod Franz II. Rákóczis im Exil ging der Besitz in weiblicher Linie an die Aspremont und später an die Szirmay. Heute ist die Burg eine Ruine auf einem als Naturschutzgebiet geschützten Berg, und Freiwillige haben das Gelände von Gestrüpp befreit.
Wissenswertes über die Burg Scharosch
- Das frühere Komitat und die traditionelle Landschaft Šariš sind nach dieser Burg benannt, die mehrere Jahrhunderte lang ursprünglicher Komitatssitz war.
- Das Herz der Burg ist ein quadratischer Bergfried von 13,2 mal 13,2 Metern mit 4,5 Meter dicken Mauern, und die Ringmauer trägt vierzehn Bastionen mit Schießscharten.
- Funde jungsteinzeitlicher Keramik und einer gegossenen Bronzefibel zeigen, dass auf dem Berg Jahrtausende vor der steinernen Burg Menschen lebten.
- Auf der Burg und im nahen Veľký Šariš wurde schon im Mittelalter Bier gebraut, und eine Zunftaufzeichnung von 1506 enthält ein besonderes Privileg für Brauer. Die heutige Brauerei Šariš knüpft mit der Marke Smädný mních (Durstiger Mönch) an diese Tradition an.
- Vom Bergfried sehen Sie die Hohe Tatra, die Leutschauer Berge, den Čergov und die Slanské vrchy sowie die Ruinen der Burgen Kapušany und Kamenica.
- Der gesamte Burgberg ist seit 1964 ein nationales Naturschutzgebiet, die Burg selbst seit 1963 ein nationales Kulturdenkmal.
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Die Burg Scharosch besuchen
- Die Befestigung ist samt den Bastionen erhalten, und die Barbakane mit Doppeltor, Zugbrücke und Graben ist noch erkennbar. Der teilweise wiederaufgebaute Bergfried enthält auf einer Ebene eine kleine Ausstellung und wird mit Führung besichtigt.
- Eine asphaltierte Straße führt zur Burg und dient zugleich als Lehrpfad; man kann sie auch mit dem Rad befahren. Von Veľký Šariš steigt ein gelb markierter Wanderweg an, und am Südfuß des Berges gibt es einen Parkplatz mit Toiletten.
- Die Ruine ist ein beliebtes Ausflugsziel der Menschen aus Prešov, an schönen Wochenenden sind Sie also nicht allein. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.
- In der Umgebung finden Sie auf dieser Seite außerdem die Kathedrale des heiligen Johannes des Täufers, den Sender Dubník, die Basilika St. Ägidius und die Burg Plaveč, alle im Umkreis von etwa 35 km.
Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.
Karte: Lage von Burg Scharosch
Fotos: Burg Scharosch

Fragen
Wo liegt die Burg Scharosch und wie kommt man hin?
Die Burg Scharosch steht auf einem Berg oberhalb von Veľký Šariš, einige Kilometer nordwestlich von Prešov. Eine asphaltierte Straße und ein gelb markierter Weg führen hinauf, am Südfuß des Berges gibt es einen Parkplatz.
Wie alt ist die Burg Scharosch?
Der Berg ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, die steinerne Burg stammt jedoch aus dem 13. Jahrhundert. 1245 wird sie erstmals als castrum Sarus erwähnt.
Warum heißt die Region Šariš?
Das frühere Komitat und die traditionelle Landschaft sind nach der Burg benannt, die mehrere Jahrhunderte Komitatssitz war.
Was geschah mit der Burg Scharosch?
1660 explodierte ein Pulvermagazin und beschädigte die Burg schwer, danach diente sie nur noch der Unterbringung von Soldaten. 1687 brannte sie nieder und wurde nicht wieder aufgebaut.
Was sieht man vom Bergfried aus?
Die Aussicht reicht bis zur Hohen Tatra, den Leutschauer Bergen, dem Čergov und den Slanské vrchy, auch die Ruinen der Burgen Kapušany und Kamenica sind zu sehen.
Eignet sich die Burg Scharosch für einen kurzen Spaziergang?
Ja. Eine asphaltierte Straße, die auch als Lehrpfad dient, führt zur Burg, und die Ruine ist ein beliebtes Ausflugsziel der Menschen aus Prešov.
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