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Das Kloster Červený Kláštor im Tal des Dunajec
Kirche & KlosterHier gedrehtOstslowakei und Zips

Kloster Červený Kláštor: Einsiedelei, wo der Dunajec die Pieninen durchbricht

Das Kloster Červený Kláštor (Rotes Kloster) liegt an der Mündung des Lipník in den Dunajec im Pieninen-Nationalpark, in der gleichnamigen Gemeinde im Okres Kežmarok, unmittelbar an der polnischen Grenze. Im frühen 14. Jahrhundert von Kartäusern gegründet und später von Kamaldulensern bewohnt, ist die gotisch-barocke Anlage ein nationales Kulturdenkmal und heute ein Museum. Ein guter Tipp unter den Sehenswürdigkeiten der Nordslowakei.

Schweigende Einsiedler lebten hier in einzelnen Häuschen mit Gärtchen, und einer von ihnen, der Apotheker und Kräuterkundige Frater Cyprian, soll mit einem selbstgebauten Gleiter von einem Gipfel geflogen sein.

WoČervený Kláštor, Pieninen-Nationalpark, Okres Kežmarok, Nordslowakei
ArtEhemaliges Kartäuser- und Kamaldulenserkloster mit gotischer Kirche; heute Museum
Ideal fürGeschichts- und Architekturfreunde, Wanderer in den Pieninen und alle, die sich für Klosterleben und Heilkräuter interessieren
AnreiseIn der Gemeinde Červený Kláštor an der slowakisch-polnischen Grenze, etwa 25 km nordwestlich von Stará Ľubovňa

Die Geschichte des Klosters Červený Kláštor

Das Kloster entstand aus einer Buße. Eine alte Legende erzählt, ein Adliger namens Kokos aus der Familie Berzevicze habe einen Propst erschlagen und sollte zur Strafe sechs Klöster gründen, von denen jedoch nur zwei vollendet wurden: eines auf dem Zufluchtfelsen oberhalb von Letanovce und eines im Tal des heiligen Antonius bei Lechnica. Die Gründung bestätigte 1319 das Zipser Kapitel, 1320 gab König Karl I. Robert von Anjou seine Zustimmung. Der Bau begann um 1330 an der alten Handelsstraße von Ungarn nach Polen, nahe einer Furt über den Dunajec. Offiziell hieß die Anlage Kloster Lechnica, der volkstümliche Name Rotes Kloster geht auf die roten Dächer und die Ziegeldetails der Gesimse und Gewölberippen zurück.

Unter den Kartäusern, die bis in die 1560er Jahre blieben, wurde das Kloster reich und gelehrt. Die Mönche besaßen Brau-, Mühl- und Fischereirechte, und jeder wohnte in einem kleinen Häuschen mit Garten rund um einen Kreuzgang, schweigend und mit karger Kost. Die kleine gotische Kirche wurde um 1360 begonnen. Hier entstanden prachtvolle Handschriften, von denen zwei erhalten sind, eine in der Jagiellonen-Bibliothek in Krakau und eine in Budapest. Die Mönche beschäftigten sich auch mit Astronomie, Medizin und Alchemie. Hussitische Truppen plünderten das Kloster 1431 und erneut 1433, 1545 griffen Ritter von der Burg Niedzica es an. Die Mönche flohen über den Fluss nach Polen, und 1563 wurde das Kloster aufgehoben.

Weltliche Besitzer folgten, darunter Stephan Thököly und ab 1626 die Familie Rákóczi, wobei Paul Rákóczi die verfallenden Gebäude instand setzen und ummauern ließ. 1699 erwarb der Bischof von Neutra, Ladislav Maťašovský, das Kloster und vermachte es den Kamaldulensern, die 1711 einzogen. Sie bauten es im Barockstil um, nannten es Kloster der Einsiedler vom Berg der Drei Kronen und richteten zehn Einsiedeleien, eine Brauerei und ein Gasthaus ein. Die Kirche behielt ihr gotisches Äußeres, erhielt aber 1747 eine barocke Ausstattung mit gemalten Pflanzenmotiven, 1750 kam ein Turm hinzu. 1754 eröffneten die Mönche eine Apotheke, die unter Frater Cyprian berühmt wurde und deren Herbarium 1766 erschien. Von 1754 bis 1772 bestand hier außerdem eine theologische Hochschule für junge Mönche.

1782 hob Kaiser Joseph II. die kontemplativen Orden auf, und die Mönche mussten das Kloster verlassen. Die Bibliothek kam nach Budapest, die Kirchenausstattung ins polnische Muszyna. 1820 überließ Franz I. das Kloster dem griechisch-katholischen Bistum Prešov, doch es verfiel weiter, und ein Feuer richtete 1907 großen Schaden an. Nach 1918 setzten Enthusiasten der Prešover Gruppe des Slowakischen Wander- und Skiklubs Teile der Anlage instand. Eine umfassende Rekonstruktion begann 1956 und endete 1966, als die erste Museumsausstellung eröffnet wurde. 1970 wurde die Anlage zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Ein erweitertes Museum öffnete 1993 wieder, und seit 2008 betreut es das Denkmalamt der Slowakischen Republik.

Wissenswertes über das Kloster Červený Kláštor

  • Nach der alten Legende verdankt das Kloster seine Entstehung einem Verbrechen: Ein Adliger namens Kokos erschlug einen Propst und sollte zur Sühne sechs Klöster gründen, doch nur zwei wurden gebaut.
  • Frater Cyprian, dessen weltlicher Name mit Franz Ignatz Jäschke angegeben wird, ist als fliegender Mönch bekannt. Der Legende nach flog er mit einem selbstgebauten Gleiter vom Gipfel der Drei Kronen in den Klosterhof.
  • Cyprians Herbarium von 1766 beschreibt 272 Pflanzenarten der Pieninen und der Tatra in vier Sprachen, und sein Herbarium ist in einem Museum in Tatranská Lomnica erhalten.
  • Das Refektorium besitzt ein spätgotisches Netzgewölbe aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, und seine Wände wurden nach 1520 mit Ornamenten und Szenen aus dem Passionszyklus bemalt.
  • Dem Mönch Romuald Hadbavný, der hier als Wirtschaftsverwalter und Archivar wirkte, werden ein lateinisch-slowakisches Wörterbuch und die alte slowakische Kamaldulenserbibel zugeschrieben.
  • Das Rote Kloster trug mehrere Namen: im Mittelalter Kloster Lechnica, unter den Kamaldulensern Kloster der Einsiedler vom Berg der Drei Kronen.
Hier gedreht

Film, der im Kloster Červený Kláštor gedreht wurde

Die ruhige Umgebung des Klosters diente als Drehort für die Geschichte seines berühmtesten Mönchs.

  • Legenda o Lietajúcom Cypriánovi (2009) – Ein slowakisch-polnischer historischer Spielfilm über den fliegenden Mönch unter der Regie von Mariana Čengel Solčanská wurde im Kloster gedreht.

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Einige Beschreibungen sind maschinell übersetzt.

Das Kloster Červený Kláštor besuchen

  • Zu den wichtigsten Bauten zählen die gotische einschiffige Kirche des heiligen Antonius des Einsiedlers mit Seitenkapellen, das Klostergebäude mit Kreuzgang, der sogenannte Uhrturm und die Wirtschaftsgebäude, die einst eine Mauer mit Zinnen umgab.
  • Das Museum zeigt die Geschichte des Klosters, das Klosterleben sowie Botanik und Pharmazie der Mönche, dazu Kunstwerke aus dem Kloster und dem nördlichen Zips. Die Kirche ist Teil der Ausstellung.
  • Das Refektorium mit Netzgewölbe und Wandmalereien gehört zu den schönsten Räumen der Anlage.
  • Das Kloster liegt dort, wo der Dunajec die Kalkfelsen der Pieninen durchbricht, und die Floßfahrten auf dem Fluss enden in der Nähe, daher lässt sich der Besuch gut mit einem Wander- oder Bootstag verbinden.
  • Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten.

Öffnungszeiten, Zugang und Bedingungen können sich ändern. Bitte vorab prüfen.

Karte: Lage von Kloster Červený Kláštor

Fotos: Kloster Červený Kláštor

Blick von den Drei Kronen auf den Dunajec und das Kloster Červený Kláštor
Die Klosteranlage von Červený Kláštor
Das Klostergebäude mit den roten Dächern
Červený Kláštor in der Landschaft der Pieninen
Kirche und Klostergebäude in Červený Kláštor

Fragen

Wo liegt das Kloster Červený Kláštor und wie kommt man hin?

Das Kloster liegt in der gleichnamigen Gemeinde im Pieninen-Nationalpark, im Okres Kežmarok, am Dunajec und an der polnischen Grenze. Von Stará Ľubovňa ist es etwa 25 km in nordwestlicher Richtung entfernt.

Warum heißt es Rotes Kloster?

Der Name wird meist auf die roten Dächer der Anlage zurückgeführt. Als Grund werden auch die Ziegeldetails der Gesimse und Gewölberippen genannt.

Wer war Frater Cyprian, der fliegende Mönch?

Cyprian war ein Kamaldulensermönch, der die Klosterapotheke leitete und ein Herbarium mit Hunderten von Pflanzen verfasste. Einer Legende nach flog er mit einem selbstgebauten Gerät vom Gipfel der Drei Kronen.

Welche Mönche lebten im Kloster Červený Kláštor?

Kartäuser lebten hier vom frühen 14. Jahrhundert bis in die 1560er Jahre, Kamaldulenser-Einsiedler von 1711 bis zur Aufhebung des Klosters 1782. Beide Orden zählten zu den strengsten Einsiedlerorden.

Was gibt es heute im Kloster Červený Kláštor zu sehen?

Im Kloster zeigt ein Museum das Klosterleben, Botanik und Pharmazie, und die restaurierte gotische Kirche des heiligen Antonius des Einsiedlers gehört zum Besuch. Das Refektorium besitzt ein spätgotisches Gewölbe und Wandmalereien.

Wie alt ist das Kloster Červený Kláštor?

Die Gründung wurde 1319 bestätigt, die königliche Zustimmung folgte 1320, der Bau begann um 1330. Die gotische Kirche wurde um 1360 begonnen.

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